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Malaria: Prüfungsfragen für Heilberufe

Die jährliche Todesrate an der Malaria beträgt weltweit nahezu 1 Million Menschen. Davon die Hälfte Kinder unter 5 Jahren.

Die Malaria ist nicht nur eine sehr häufig in den Tropen und Subtropen vorkommende Erkrankung, sie ist auch häufig Gegenstand schriftlicher oder mündlicher Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zum Malaria im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Welche Bezeichnungen sind im deutschsprachigen Raum für die Malaria auch noch gebräuchlich?

Sumpffieber oder auch Wechselfieber.

Hinweis: diese Namen sind nicht sehr gebräuchlich; dennoch empfehle ich, sich diese Namen zu merken, da sie wichtige Eigenschaften der Malaria charakterisieren.
So kann man aus dem Namen Sumpffieber das Verbreitungsgebiet der Malaria ableiten. Es ist dies ein feuchtwarmes Klima. (Tropen, Subtropen)
Aus dem Namen Wechselfieber leitet sich ein für einige Malariaarten typische Symptom  - des Wechsels zwischen Fieber und normaler Temperatur - ab.

 

Zu welcher Art Infektionskrankheit wird die Malaria gerechnet? (Virale, bakterielle...)

Die Malaria ist eine durch Parasiten hervorgerufene Infektionskrankheit.

 

Durch welche parasitären Erreger wird die Malaria verursacht?

Die Malaria wird verursacht durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium.

(Noch einmal zur Wiederholung: eine andere häufige parasitäre Infektionskrankheit - die Scabies - wird durch einen vielzelligen Parasiten, die Krätzmilbe, verursacht.

 

 

Durch welchen Überträger wird der Erreger der Malaria (Plasmodium) auf den Menschen übertragen?  

  • Die Übertragung der Malaria (Plasmodium) erfolgt durch die (weibliche) Anopheles-Mücke.

  • Die Anopheles-Mücke ist eine Stechmücke, Moskito.  

Sie lesen in einem Fachartikel, dass man versucht, die Malaria durch Vektorkontrolle zu bekämpfen.

 

Was ist mit dem Fachbegriff Vektorkontrolle gemeint?

In der Medizin werden als Vektoren, die Überträger eines Erregers bezeichnet. Dabei überträgt der Vektor den Erreger einer Erkrankung ohne selbst zu erkranken.

So ist beispielsweise die Anopheles-Mücke der Vektor für die Plasmodien, die die Malaria verursachen.

Die ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) ist Vektor (Überträger) für die Viren, die das Gelbfieber, das Denguefieber oder die Zika- Infektionen verursachen.
Unter dem Begriff Vektorkontrolle versteht man somit die Bekämpfung des Überträgers einer Krankheit.

 

Erklären Sie die Bedeutung des Satzes:  für den Malariaerreger (das Plasmodium) ist der Mensch Zwischenwirt.  

Die Plasmodien (Erreger der Malaria) durchlaufen einen komplizierten Lebenszyklus.
Zu diesem Lebenszyklus gehört ein Wirtswechsel zwischen der Anopheles-Mücke und dem Menschen.
Dabei dient der Mensch als Zwischenwirt und die Anopheles-Mücke als Endwirt. Im Menschen findet die asexuelle Phase der Vermehrung des Malariaerregers statt.

 

Welche Malariaformen werden aufgrund des klinischen Verlaufes unterschieden? 

Malaria tertiana,
Malaria quartana,
Malaria tropica.

 

Was bedeutet der Name Malaria tertiana?

Bei der Malaria tertiana beobachtet man eine Dreitagesrhythmik beim Fieber.
D.h. nach jeweils zwei fieberfreien Tagen kommt es am 3. Tag zu Fieberanfällen.

 

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Welche Fieberrhythmik beobachtet man bei der Malaria quartana?

Bei der Malaria quartana beobachtet man eine 4-Tages-Rhythmik des Fiebers.
D.h. auf 2 Fiebertage folgen 2 fieberfreie Tage.
Sie können die Rhythmik bei der Malaria quartana auch so benennen: am 1. Tag Fieber; am 2. Tag kein Fieber; am 3. Tag kein Fieber; am 4. Tag Fieber.

 

Welche Fieberrhythmik ist für die Malaria tropica typisch?

  • Bei der Malaria tropica gibt es – anders als bei der Malaria tertiana oder quartana – keine typische Fieberrhythmik.

  • Die Fieberschübe treten ganz unregelmäßig auf und machen damit das Erkennen der Malaria tropica aufgrund der klinischen Symptome schwer.

  • Dies ist aber nur ein Aspekt, der die Malaria tropica zu der gefährlichsten Malariaform macht.

  • Die Malaria tropica hat von allen Malariaformen die höchste Letalitätsrate.

  • Letalitätsrate ist die Anzahl der Todesfälle / Zahl der Erkrankungen

 

Wie heißt der Erreger der Malaria tropica?  

Plasmodium falciparum

 

Wie heißt der Erreger der Malaria tertiana?

Der Erreger der Malaria tertiana heißt Plasmodium ovale oder  Plasmodium vivax.

 

Welche Erreger verursachte die Malaria quartana?

Der Erreger der Malaria quartana heißt Plasmodium malariae.

 

Welche Inkubationszeit beobachtet man bei der Malaria tropica?

Bei der Malaria tropica beträgt die Inkubationszeit im Mittel etwa 12 Tage.
Bei den anderen Malariaformen (Malaria tertiana und Malaria quartana) ist die Inkubationszeit länger.

 

Welche Symptome sollten an das Vorliegen einer Malaria denken lassen?

Die Malaria beginnt mit plötzlicher Fieber und Schüttelfrost, Schweißausbrüchen sowie starken Kopf- und Gliederschmerzen. Auch im Magen-Darm-Trakt kann es dabei zu Beschwerden kommen.
Bedenken Sie: auch eine (echte) Grippe kann zu ganz ähnlichen Symptomen führen.

Wegweisend in Richtung Malaria können bei der klinischen Symptomatik sein, die zwei fieberfreien Tage bei der Malaria tertiana und quartana .
Aber auch eine Frage zu Vorgeschichte kann bei der Symptomatik weiterhelfen.
In der großen Mehrzahl der Fälle erfolgt die Infektion (Stich der Anopheles-Mücke) in den Tropen oder Subtropen.
Zur Erinnerung: bevor man einen Patienten mit einer Infektionskrankheit überhaupt untersucht sollte man eine Reihe von Fragen an den Patienten richten. Eine dieser Fragen lautet: haben Sie in den letzten Wochen, Monaten oder auch Jahren (!) eine Fernreise unternommen.
(Hinweis: ruhende Parasitenformen können lebenslang eine Malaria wieder aufflackern lassen!)

 

 

Ist es möglich, sich auch in Deutschland mit einer Malaria zu infizieren?

Ja! Der Malariaüberträger – die Anopheles-Mücke – kann im Gepäck von Flugreisenden mitgebracht werden und im Umkreis eines Flughafens zu einer Infektion führen.

 

Wie kann man eine Malaria sicher nachweisen?

Der sichere Nachweis einer Malaria gelingt durch den mikroskopischen Nachweis des Malariaerregers im Blut. (Mikroskopische Untersuchung eines Blutausstrich).
Seit 2015 gibt es auch einen Schnelltest auf Malaria im Urin, der jedoch weniger verlässlich ist als der direkte Erregernachweis im Blut.

 

Erklären Sie, warum bei einem Malariapatienten die Leber und die Milz vergrößert sind.  

Nach dem Stich durch eine weibliche Anopheles-Mücke dringend in die Blutbahn des Menschen die Malariaerreger in Form der Sporozoiten ein. Diese gelangen in die Leber und vermehren sich dort massenhaft. Die Leber vergrößert sich.

Aus der Leber treten diese neuen Zwischenformen des Malariaerregers (Merozoiten) ins Blut über und es kommt zum Befall der roten Blutkörperchen (Erythrozyten).
In den Erythrozyten findet eine weitere Vermehrung statt und die Erythrozyten sterben vermehrt und verfrüht ab (Hämolyse). Die absterbenden Erythrozyten werden schwerpunktmäßig in der Milz abgebaut. (Die Milz vergrößert sich).

 

Nennen Sie einige schwerwiegende Komplikationen der Malaria tropica!

Die Malaria tropica kann eine Vielzahl innerer Organe befallen.
Besonders bedeutsam ist dabei der Befall des Gehirns mit einem Krankheitsbild ähnlich einer Enzephalitis.
Von der Malaria tropica werden aber auch befallen das Herz, die Niere, die Leber und der Magen-Darm-Trakt.

 

Erklären Sie, wie es im Zusammenhang mit einer Malariainfektion zu einer hämolytische Anämie kommen kann?

Nachdem die Malariaerreger sich in der Leber vermehrt haben, werden sie erneut in die Blutbahn abgegeben und befallen die Erythrozyten. In den Erythrozyten findet eine weitere Vermehrung der Malariaerreger statt und die Erythrozyten sterben vermehrt und verfrüht ab.
Es kommt zur Blutarmut (Anämie). Jene Formen der Blutarmut, die durch eine verkürzte Lebensdauer (ein verfrühtes Absterben) der Erythrozyten zustande kommt, wird als hämolytische Anämie bezeichnet! 
In diesem Zusammenhang entsteht ein prähepatischer Ikterus.

 

Ist eine Impfung gegen eine Malariainfektion möglich? 

Zurzeit gibt es keinen verlässlichen Impfschutz gegen die Malaria.
(Allerdings befinden sich einige Impfstoffe in einer bereits fortgeschrittenen Entwicklung). 

 

Auf welche zwei prinzipiell verschiedenen Wegen, kann bei einer Reise in ein Endemiegebiet der Malaria das Risiko einer Infektion verringert werden? 

Durch Expositionsprophylaxe und durch Chemoprophylaxe.

 

Was ist im Zusammenhang mit der Malaria mit Expositionsprophylaxe gemeint?

Mit Expositionsprophylaxe ist gemeint, die Vermeidung von Insektenstichen.
Sie sollten also einem Patienten, der beabsichtigten in die Subtropen oder Tropen zu reisen, dazu raten am Tage helle, möglichst viel Haut bedeckende Kleidung zu tragen und nachts Fliegengitter oder Moskitonetze zu benutzen.
Die Haut und die Kleidung sollte zusätzlich mit Moskitos abweisenden Mitteln behandelt werden. (So genannten Repellents).
Hinweis: die obige Antwort zur Expositionsprophylaxe können Sie genauso verwenden beim Dengue-Fieber, beim Gelbfieber oder jetzt aktuell beim Zika-Virus.

 

Was versteht man unter Chemoprophylaxe im Zusammenhang mit der Malaria?

Unter Chemoprophylaxe wird im strengen Sinn des Wortes, die vorbeugende Einnahme eines Medikaments für eine zu erwartende Infektionskrankheit verstanden.
Im Zusammenhang mit der Malaria reicht es jedoch bei vielen Reisezielen aus, ein entsprechendes Medikament zur notfallmäßigen Eigenbehandlung mitzuführen. So zum Beispiel das Medikament Chloroquin bei Reisen nach Mittelamerika.

 

Lässt sich mit Expositionsprophylaxe und Chemoprophylaxe ein sicherer Schutz vor einer Malaria erreichen?

Nein! Ein sicherer Schutz vor der Malaria ist nicht möglich.
Es ist wichtig dies zu wissen, da auch ein Patient, der an gibt eine Expositionsprophylaxe oder Chemoprophylaxe betrieben zu haben, durchaus an einer Malaria leiden kann!

 

Was bestimmt das Infektionsschutzgesetz betreffend der Malaria? 

Die Malaria ist in Paragraph 7 des Infektionsschutzgesetzes genannt. D.h. es besteht nichtnamentliche Meldepflicht bei Nachweis des Malariaerregers und Behandlungsverbot für den Heilpraktiker.

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