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Röteln: Prüfungsfragen für Heilberufe

Wenn Sie die Fragen zu den Röteln im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Durch welchen Erreger werden die Röteln verursacht?

Die Röteln sind eine Virusinfektion. Der Erreger wird Rötelnvirus oder auch Rubellavirus genannt.

 

Die meisten Rötelninfektionen erfolgen mittels so genannter Tröpfcheninfektion. Was ist mit Tröpfcheninfektion konkret gemeint?

Bei Tröpfcheninfektionen führen feine Speicheltröpfchen, die durch Husten oder Niesen in der Luft gelangen, zur Übertragung des Virus.
Aber auch Gegenstände, die durch Tröpfchen mit den Rötelnviren verunreinigt sind, können das Virus verbreiten.

 

Wie hoch ist in etwa der Kontagiositätsindex bei einer Infektion mit dem Rötelnvirus?

Unter dem Kontagiositätsindex wird der prozentuale Anteil der Menschen verstanden, bei denen es nach Kontakt mit einem Erreger zu einer Vermehrung des Erregers im Körper kommt. (Dabei ist es gleichgültig ob es zu äußerlich sichtbaren Krankheitserscheinungen kommt).

Der Kontagiositätsindex liegt bei den Röteln unter 40 %.
(Zum Vergleich bei den Masern über 95 %!).

Merke: Ungefähr 50% der Kinder, die sich mit dem Rötelnvirus angesteckt haben, zeigen selbst keine typischen Krankheitszeichen. Dennoch tragen diese Kinder zur Verbreitung des Rötelnvirus auf andere bei.

 

 

Wie lange ist bei einer Rötelninfektion die Inkubationszeit?

 Die Inkubationszeit der Röteln beträgt 2-3 Wochen.

Merke:
dabei ist der Patient ca. eine Woche vor und eine Woche nach Beginn des Exanthems selbst infektiös!

Bei den Röteln unterscheidet man ein Prodromalstadium und ein Exanthemstadium.

 

Welche Symptome zeigt ein Patient im Prodromalstadium der Röteln?

Unter dem Prodromalstadium wird ganz allgemein ein unspezifisches Vorstadium vor Ausbruch der eigentlichen Krankheit verstanden.

In diesem Prodromalstadium zeigt das mit Röteln infizierte Kind, Symptome eines Schnupfens mit Halsschmerzen und moderatem Fieber um 38,5 °C.
Typisch für die Röteln können jedoch auch in diesem Frühstadium (Prodromalstadium) Schwellungen der Lymphknoten im Bereich von Nacken und Hals getastet werden. Manchmal sind auch eine Vielzahl von Lymphknoten sowie auch die Milz angeschwollen.

 

Welche Symptome zeigen Kinder mit Röteln im Exanthemstadium?

Der Hautausschlag bei den Röteln ist klein bis allenfalls mittelfleckig. Die Flecken sind bis etwa linsengroß und hellrot gefärbt. Sie fließen nicht zusammen.

Das Exanthema beginnt bei den Röteln im Gesicht und hinter den Ohren und bereitet sich von dort aus über den Stamm und besonders über die Streckseiten der Extremitäten aus. Das Exanthema dauert etwa ein bis 3 Tage.
Auch im Mund und Rachen kann es zu einem Enanthem kommen.

Rötelnexanthem am Rücken
Die Abb. zeigt ein Rötelnexanthem am Rücken beim Kleinkind.

 

Wie verhalten sich bei einer Rötelninfektion die weißen Blutkörperchen?

Im Blutbild ist bei einer Rötelninfektion typischerweise eine Erniedrigung der Leukozytenzahl (Leukopenie) sowie eine Erhöhung der Lymphozyten (Lymphozytose) zu beobachten.

 

Wie können Sie vom klinischen Bild einen Scharlach von den Röteln unterscheiden?

Bei beiden Erkrankungen ist das Exanthema klein fleckig nicht konfluierend. Beim Scharlach lässt das Exanthema die Region um Mund und Kinn frei. (periorale Blässe oder Milchbart).
Beim Scharlach ist typisch ein hohes Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl.
Bei den Röteln liegt eher ein leichtes bis moderates Krankheitsbild mit Fieber meist unter 39 °C vor.
Neben der periorale Blässe ist die beim Scharlach vorkommende Himbeerzunge oder Erdbeerzunge ein weiteres Unterscheidungsmerkmal.
Die starken Anschwellungen der Lymphknoten im Nackenbereich sind typisch für die Röteln.

 

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Zu welchen Komplikationen können die Röteln beim Kind oder beim Erwachsenen führen?

Komplikationen mit Schmerzen in den Gelenken, einem Abfall der Thrombozyten oder auch einer Enzephalitis sind bei den Röteln selten, kommen aber in Einzelfällen vor.
Ebenfalls selten ist eine Bronchitis, Myokarditis oder Mittelohrentzündung.

 

Kann man an den Röteln zweimal erkranken?

Nein!  Die Röteln hinterlassen in der Regel eine lebenslange Immunität.

Weiter oben wurde ausgeführt, dass die Röteln in der Regel mit einer Tröpfcheninfektion übertragen werden.

 

Kennen Sie noch einen anderen Übertragungsweg des Rötelnvirus. 

Neben der Tröpfcheninfektion kann das Rötelnvirus auch diaplazentar übertragen werden. Hierunter versteht man die Ausbreitung des Rötelnvirus bei einer Schwangeren durch die Plazenta auf den Embryo oder den Fetus.

Auch wenn der diaplazentare Übertragungsweg des Rötelnvirus zahlenmäßig – im Vergleich zur Tröpfcheninfektion – gering ist, so hat der diaplazentare Übertragungsweg des Rötelnvirus eine erhebliche medizinische Bedeutung.

 

Wissen Sie welche?

  • Besonders in den ersten  8 Wochen einer Schwangerschaft führt die Rötelninfektion mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu Schädigung des Embryos.
    Je älter die Schwangerschaft ist, desto mehr sinkt das Risiko einer schwerwiegenden Schädigungen für Embryo oder Fetus.

  • Besonders bei einer diaplazentare Übertragung des Rötelnvirus in der frühen Schwangerschaft kann es auch zur Fehlgeburt kommen.

 

 

Ein Kind mit einer Rötelnembryopathie zeigt häufig Fehlbildungen an drei Organen. Welche Organe sind im klassischen Fall von einer Rötelnembryopathie betroffen?

Das Herz (zum Beispiel offener Ductus Botalli, Septumdefekte, Fallot-Tetralogie.
Das Ohr (Innenohrschwerhörigkeit).
Das Auge (Trübung der Augenlinsen im Sinne eines Katarakt).
Katarakt bei Röteln
In der Abbildung sehen Sie ein Kind mit Rötelnembryopathie, dass unter der Trübung der Augenlinsen (Katarakt) leidet.

 

Mit welchem Eigennamen wird die Röteln-Embryopathie bezeichnet?

Die Röteln-Embryopathie wird auch als Gregg-Syndrom bezeichnet.
(Der Name Gregg-Syndrom wurde zu Ehren eines australischen Augenarztes gewählt, der als Erster den Zusammenhang zwischen einer Rötelninfektion während der Schwangerschaft und den darauf folgenden Fehlbildungen beschrieb.)

 

Was ist im Hinblick auf die Ansteckungsgefahr bei Kindern mit einer Rötelnembryopathie zu beachten? 

Kinder mit Rötelembryopathie sind über eine längere Zeitspanne Träger des Rötelnvirus und können das Virus über den Urin oder das Nasen- und Rachensekret bis zu einem Jahr lang verbreiten.

 

Wie wird die Rötelninfektion behandelt? 

Eine kausale Therapie der Rötelninfektion ist nicht bekannt.
Die Infektion mit dem Rötelnvirus verläuft in aller Regel mild. Bei unkompliziertem Verlauf müssen daher über die Zufuhr einer ausreichende Flüssigkeitsmenge und Ruhe, keine weiteren Maßnahmen erfolgen.
Bei höherem Fieber oder Gelenksentzündungen kommen fiebersenkende Mittel oder entzündungshemmende Medikamente zur Anwendung.

 

Welche Impfempfehlungen gibt in Deutschland die ständige Impfkommission (STIKO) im Hinblick auf die Impfung zur Prophylaxe der Röteln?

Die ständige Impfkommission empfiehlt für alle Kinder ab dem 12. Lebensmonat und für alle Erwachsene, bei denen keine Antikörper gegen das Rötelnvirus nachweisbar sind eine Impfung.
Dabei kann ein Kombinationsimpfstoff (MMR-Impfstoff) zur Anwendung kommen der neben den Röteln auch gegen Masern und Mumps schützt.
Die STIKO empfiehlt zusätzlich eine zweite Röteln-Impfung im 2. Lebensjahr, um einen zuverlässigen Schutz aller Personen zu gewährleisten. Diese ist frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung möglich.
Bedenken Sie: die Impfung gegen Röteln stellt die einzige zuverlässige Schutzmaßnahme gegen eine Rötelnembryopathie dar!

 

Ist in einer Schwangerschaft auch eine Behandlung nach Kontakt mit einem an Röteln Erkrankten sinnvoll und möglich?  

Möglich und sinnvoll ist eine Behandlung mit spezifischen Immunglobulinen bei einer Schwangeren innerhalb von 72 Stunden nach Kontakt mit einem an Röteln Erkrankten.
Hierdurch wird jedoch kein wirklich sicherer Schutz vor einer Infektion erreicht! 

Ist in der Schwangerschaft noch eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff gegen Röteln möglich?

Nein!  Die Impfung gegen Röteln sollte 3 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgeschlossen sein.

 

Was bestimmt das Infektionsschutzgesetz im Hinblick auf die Meldepflicht bei Röteln?

Die Röteln sind in Paragraph 6 und in Paragraph 7 des Infektionsschutzgesetzes aufgeführt. Dies bedeutet: 
es besteht namentliche Meldepflicht bei Verdacht, Erkrankung und Tod an Röteln. (Paragraph 6)
Laborärzte sind bei Nachweis des Rötelnvirus ebenfalls meldepflichtig. (Paragraph 7).

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