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Windpocken / Gürtelrose: Prüfungsfragen

Wie lang ist bei einer Windpocken-Infektion die Inkubationszeit?

im Mittel etwa 14 - 16 Tage

 

Wie heißt der Erreger der Windpocken?

Varizellen-Zoster-Virus.  (verwandt mit Herpes Virus)

Spinalganglion für Varizellen-VirusDie zwei äußerlich recht unterschiedlichen Krankheiten - Varizellen und Herpes Zoster - werden durch das gleiche Virus verursacht.

Die Windpocken (Varizellen) sind dabei die akute Verbreitungsphase des Virus unmittelbar nach der Ansteckung. Viren überleben in den Spinal-Ganglien und auch in den Ganglien der 12 Gehirnnerven.

Die Abb. zeigt den Spinalnerven. Die in der Abb. gut sichtbare kleine Verdickung "vor" dem Spinalnerven ist das Spinalganglion. In diesen Ganglien überleben die Varizellen-Zoster-Viren

Der Herpes Zoster ist Reaktivierung einer oft Jahrzehnte früher erlitten Infektion mit dem Windpocken-Virus

 

Wie werden die Windpocken (Varizellen) übertragen?

Durch Tröpfchen-Infektion und auch über Schmier- und Kontakt. Der Name Windpocken deutet auf die leichte Verbreitung der Varizellen hin. (Übertragung durch den Wind über mehrere Meter) Die Varizellen sind in einer Prüfung auch immer ein gutes Beispiel für eine Infektions-Krankheit mit hohem Kontagions-Index!

 

 

Welche Symptome kennzeichnen die Windpocken?

Zuerst entsteht ein unspezifisches Bild einer Infektionskrankheit mit Fieber von 38 - 39°, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Kurz darauf kommt es zum Ausbruch des Exanthems. Das Exanthem beginnt im Bereich von Gesicht und Rumpf! Auch der behaarte Kopf ist betroffen. Vom Stamm breitet sich das Exanthem über die Extremitäten aus.

Das Exanthem-Stadium beginnt mit kleinen rötlichen Flecken und flachen Papeln mit starkem Juckreiz.

Dann wandeln sich die Flecken und Papeln in kleine Bläschen um. Die Flüssigkeit in den Bläschen ist am Anfang wasserklar. Dies hat der Krankheit auch den Namen Wasserpocken gegeben. Wenn die Bläschen nach 1 - 2 Tagen platzen bildet sich eine hellbraune Kruste.

 

Was versteht man im Zusammenhang mit den Windpocken unter "Sternenhimmel"?

Die einzelnen Formen des Exanthems Flecke, Papeln, Bläschen, Krusten entstehen zeitlich etwas versetzt an unterschiedlichen Körperstellen. Diese bunte Nebeneinander aller Hautveränderungen nennt man "Sternenhimmel". Diese typische Hautbild erlaubt eine Blickdiagnose "Windpocken". Dies ganz besonders dann, wenn die Hautveränderungen stammbetont und weniger an den Extremitäten lokalisiert sind.

 

Welche Komplikationen können bei den Windpocken auftreten?

Im Kindesalter verlaufen die Windpocken in aller Regel harmlos. Menschen mit Malinomen oder einer Immunschwäche können jedoch an sehr ernsten, ja tödlichen Komplikationen wie Enzephalitis, Pneumonie Otitis....erkranken.

Aber auch bei primär Gesunden  kann es - z. B. durch Kratzen - zu einem Erysipel oder zu einer Impetigo kommen. Die häufigste Komplikation der Varizellen-Zoster-Infektion tritt jedoch meist erst nach dem 50 Lebensjahr auf. Der Herpes Zoster befällt in Deutschland mehr als 300 000 Menschen jährlich!

 

Warum heißt der Herpes Zoster auch Gürtelrose?

Der Herpes Zoster beginnt mit brennenden Schmerzen im Hautbereich eines betroffenen Nerven. (im Dermatom des Nerven) Nach 1 - 2 Tagen bilden sich dann die typischen Hauterscheinungen mit Rötungen und linsengroßen Bläschen. Oft ist der Herpes Zoster im oberen Abdominal oder am unteren Thorax (in der Position des Gürtels) lokalisiert. Dies hat der Erkrankung umgangssprachlich den Namen "Gürtelrose" verliehen.

 

Kann der Herpes Zoster auch an anderen Stellen auftreten?

Ja. Besonders problematisch ist die im 1. Trigeminus-Nerv als Zoster ophthalmicus mit der Gefahr der Erblindung eines (oder gar beider Augen)

Problematisch sind auch der Befall im Bereich von Ohr und Gehörgang mit der Möglichkeit der Schädigung von Gehör- oder Gleichgewichtssinn.

 

 

Was versteht man unter einer Zoster-Neuralgie?

Die sogn. Post-Zoster-Neuralgie ist die häufigste Komplikation eines durchgemachten Herpes Zoster. Hierbei kann es zu schweren, brennenden Schmerzen in dem Gebiet des Nerven kommen, der von der (Reaktivierung) der Infektion betroffen war.

 

Ist eine Vorbeugung gegen das Varizellen-Zoster-Virus möglich?

Die Ständige Impf-Kommission beim Robert Koch Institut (STIKO) empfiehlt gegen Windpocken eine Impfung (Z. B. als Mehrfachimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken).

 

Welche gesetzlichen Bestimmungen müssen bei einer Varizellen-Infektion nach dem Infektions-Schutzgesetz beachtet werden?

Bei einer Varizellen-Infektion (Windpocken) besteht nach § 34 ein sogn. Schulverbot.

Seit März 2013 sind die Varizellen im § 6 des Infektions-Schutzgesetzes genannt. D. h. es besteht namentliche Meldepflicht für Arzt und Heilpraktiker bei Verdacht, Erkrankung oder Tod.

Achtung wichtige Änderung:

Ab März 2013 besteht für Erkrankungs-Verdacht, Erkrankung  und Tod an Mumps, Pertussis (Keuschhusten) Röteln und Windpocken bundesweit namentliche Meldeplicht (nach geändertem § 6 Infektions-Schutzgesetz)

Sie können sich die komplette Liste der in § 6 genannten Krankheiten mit namentlicher Meldepflicht ausdrucken:

 

Überprüfen Sie Ihr Wissen mit   MC-Fragen zu Infektions-Krankheiten 

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