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multiple Sklerose: Prüfungsfragen für Heilberufe

Die multiple Sklerose ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und damit auch ist sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zur multiplen Sklersoe im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Mit welchem anderen Fachausdruck wird die Multiple Sklerose auch noch bezeichnet?

Die Multiple Sklerose wird auch Enzephalomyelitis disseminata genannt.

 

Was ist die multiple Sklerose?

Die multiple Sklerose (Enzephalomyelitis disseminata) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Markscheiden im zentralen Nervensystem.
Die multiple Sklerose wird daher auch als Entmarkungserkrankung bezeichnet.

 

Erläutern Sie dem Begriff  "entzündliche Erkrankung der Markscheiden"  genauer!

Die Markscheiden sind die Hüllen der Nervenbahnen. Die Markscheiden isolieren die elektrisch leitende Nervenbahn – zum Beispiel das Axon – gegenüber der benachbarten Nervenfaser.
Bei einer multiplen Sklerose werden diese äußeren isolieren den Hüllen der Nervenfasern geschädigt.

 

 

Mit welchem anderen Begriff werden die Markscheiden noch bezeichnet?  

  •  Die Markscheiden werden auch Myelinscheiden genannt. 

  • Nervenzelle mit Myelinscheide

    Die obige Abbildung zeigt noch einmal zur Wiederholung den prinzipiellen Aufbau einer Nervenzelle.
    Beachten Sie zum Verständnis der multiplen Sklerose den langen Fortsatz des Nerven (Neurit). In der obigen Grafik sehen Sie, dass der langen Fortsatz der Nervenzelle (Axon oder Neurit) von einer isolierenden Hülle umgeben ist. Diese isolierende Hülle - Markscheide oder Myelinscheide genannt – erkrankt bei einer multiplen Sklerose.

In obiger Definition der multiplen Sklerose wurde ausgeführt, dass bei der multiplen Sklerose eine chronisch entzündliche Erkrankung der Myelinscheiden im zentralen Nervensystem (ZNS) vorliegt.

 

In welchen Regionen des Nervensystems muss - gemäß dieser Definition - die multiple Sklerose vorkommen?

Die multiple Sklerose findet sich in Gehirn und Rückenmark.

Zur Erläuterung: Gehirn und Rückenmark bilden gemeinsam das zentrale Nervensystem.  

 

Im zentralen Nervensystem unterscheidet man eine graue Substanz und eine weiße Substanz. Befällt die multiple Sklerose die graue Substanz oder die weiße Substanz?

In obiger Definition der multiplen Sklerose wurde ausgeführt, dass die multiple Sklerose die Markscheiden (Myelinscheiden) der Nervenbahnen befällt.
Die Nervenbahnen finden sich im zentralen Nervensystem in der weißen Substanz. (Die graue Substanz ist die Ansammlung der Nervenzellen).
Gemäß den anatomischen Grundlagen befällt somit die multiple Sklerose die weiße Substanz von Gehirn und Rückenmark.

 

Der Begriff multiple Sklerose bedeutet, dass an vielen Stellen (multiplen Orten) im zentralen Nervensystem entzündliche Herde (Entmarkungsherde) vorliegen.
Welche Konsequenz hat dies für die Diagnostik der multiplen Sklerose? 

Die Symptomatik der multiplen Sklerose (Enzephalomyelitis disseminata) ist entscheidend von der Anzahl der einzelnen Entzündungsherde sowie vom Ort der jeweiligen Entzündung abhängig.
Die multiple Sklerose hat eine äußerst wechselhafte Symptomatik und kann nahezu jede andere neurologische Erkrankung vortäuschen.

 

Welche Symptomatik findet man bei einer multiplen Sklerose besonders häufig am Auge?

Die Multiple Sklerose führt häufig (ca. 40 % der Fälle) zu einer Neuritis des Sehnerven.

 

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Mit welchem Fachausdruck wird die Neuritis des Sehnerven bezeichnet?

Opticusneuritis.

Hinweis: der Nervus opticus ist der 2. Gehirnnerv. Den Nervus opticus wird im deutschsprachigen Raum auch als Sehnerv bezeichnet. Die Änderung… itis bedeutet in der Medizin stets Entzündung.

 

Zu welchen Symptomen führt die Opticusneuritis (Entzündung des Sehnerven)?

  • Patienten mit einer Neuritis des Nervus opticus klagen:   

  • über eine vermehrte Lichtempfindlichkeit,

  • Schmerzen bei Augenbewegungen

  • über eine Unschärfe beim Sehen

  • aber auch über einen milchigen Schleier beim Sehen.

Hinweis: die Symptome im Gefolge der Opticusneuritis (Sehstörungen, Schmerzen bei Augenbewegungen....) sind für die Diagnose der multiplen Sklerose deshalb besonders bedeutsam, da sie häufig als erstes Symptom der multiplen Sklerose auftreten.

 

Als weitere Störung kann es bei einer multiplen Sklerose auch zur Diplopie kommen. Was ist mit einer Diplopie gemeint?

Unter einer Diplopie versteht man das Sehen von Doppelbildern.

 

Erklären Sie das Zu-Stande-Kommen der Diplopie (Sehen von Doppelbildern) aus dem bisher Gelernten zu den Gehirnnerven und zur multiplen Sklerose!

Als anatomische Voraussetzung sollten Sie für die Beantwortung dieser Frage wissen, dass die Augenbewegungen von ganz unterschiedlichen Gehirnnerven gesteuert werden.
(Nervus oculomotorius, Nervus trochlearis, Nervus abducens; das sind der III., IV. und VI. Gehirnsnerv)

Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Veränderung der Myelinscheiden (Markscheiden) in ganz unterschiedlichen Bereichen des zentralen Nervensystems.
Werden die Nervenbahnen, der oben genannten Gehirnnerven auf einer Gehirnseite stärker betroffen als auf der anderen, so kommt es bei Fixierung eines Gegenstandes zu gänzlich unterschiedlichen Augenbewegungen. Es entstehen im Gehirn Doppelbilder (Diplopie).

 

Bei der multiplen Sklerose kann es aber an Händen und Füßen häufig auch zu Missempfindungen und Taubheitsgefühlen kommen.
Mit welchem Fachausdruck werden solche Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen bezeichnet?

Parästhesien.

Bei jedem Patienten mit Verdacht auf eine Multiple Sklerose sollte man das Lhermitte – Zeichen prüfen.

 

Was versteht man unter dem Lhermitte-Zeichen?

Das Lhermitte-Zeichen prüfen Sie, indem Sie den Kopf des Patienten passiv nach vorne bewegen. D.h. Sie bewegen das Kinn des Patienten zum Brustbein.

Das Lhermitte-Zeichen ist positiv, wenn dabei der Patient einen Schmerzen - oder gar ein elektrisierendes Gefühl - in den Armen, im Rumpf oder in den Beinen verspürt.
Im Falle einer multiplen Sklerose spricht ein positives Lhermitte-Zeichen für einen Befall des Halsmarks mit entzündlich bedingten Zerstörungen der Myelinscheiden.

Bei der multiplen Sklerose können auch Lähmungen der Extremitäten auftreten 

 

Mit welchem Fachausdruck werden Lähmungen bezeichnet?

Parese.

 

Bei der multiplen Sklerose kommt es bei den Lähmungen zu einer unwillkürlichen Erhöhung des Muskeltonus.
Wie wird diese spezielle Form der Lähmung bezeichnet?  

Diese Form der Lähmung - mit unwillkürlicher Erhöhung des Muskeltonus - wird als spastische Parese bezeichnet.
Die spastische Lähmung, die bei der multiplen Sklerose auftreten kann, erklärt sich aus dem Befall des 1. Neurons.

 

Was versteht man im Zusammenhang mit der multiplen Sklerose unter der Charcot-Trias?

Unter der Charcot-Trias werden verstanden:
   ein Intentionstremor,
   ein Nystagmus und eine
   abgehackte Sprache.

Es kommt zur Charcot-Trias, wenn bei einem Patienten mit multipler Sklerose bestimmte Herde im Gehirnstamm sowie im Kleinhirn befallen sind.

 

Was versteht man unter einem Intentionstremor?

Unter einem Intentionstremor versteht man ein Zittern, das mit einer zielgerichteten Bewegung auftritt.

 

Was versteht man unter einem Nystagmus?

Ein Nystagmus ist eine rhythmische (ruckartige) Bewegung des Auges.
Man spricht auch vom Augenzittern.

Im Rahmen der Charcot-Trios wurden der Intentionstremor, der Nystagmus und die abgehackte Sprache genannt.

 

Welcher Fachausdruck wird für die abgehackte Sprache auch verwendet?

Skandierende Sprache.

 

Erklären Sie, dass bei manchen Patienten mit multipler Sklerose auch Störungen der Blasen- und Darmfunktion sowie auch sexuelle Funktionsstörungen auftreten! 

Im zentralen Nervensystem finden sich unter vielem anderen die Steuerungszentren für die vegetativen Funktionen des Magen-Darm-Trakts, der Harnblase und der Sexualfunktionen.

Auch die zum autonomen Nervensystem gehörenden Bahnen (im zentralen Nervensystem) können von einer multiplen Sklerose befallen werden und es kommt dann zu entsprechenden vegetativen Störungen.

 

Was versteht man im Zusammenhang mit der multiplen Sklerose unter der Marburg-Trias?

Unter der Marburg Trias werden folgende drei Symptome zusammengefasst:

   Abblassen der Pupille des Sehnerven,
   Paraspastik,
   fehlende Bauchhautreflexe

 

Was versteht man unter einer Paraspastik?

Eine Paraspastik ist die spastische Lähmung beider Beine.

Hinweis: einen weiteren Begriff, den Sie im Zusammenhang mit Spastik gut kennen sollten, ist der Ausdruck Hemispastik. Hierunter versteht man eine spastische Lähmung einer (halben) Körperseite. Eine Hemispastik findet man beispielsweise als Folge eines Apoplex.

 

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