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Epilepsie: Prüfungsfragen für Heilberufe

DieEpilepsie ist  gemeinsam mit der multiplen Sklerose - eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und damit auch ist sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zur Epilepsie im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

welche deutschen Bezeichnungen sind für die Epilepsie gebräuchlich? 

Fallsucht,
Krampfleiden.

 

Wie entsteht ein epileptischer Krampfanfall?

Beim epileptischen Krampfanfall kommt es zu einer anfallsartigen synchronen (gleichzeitigen) Entladung von einer Vielzahl von Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn.
Dies führt zu einer unwillkürlichen, stereotypen Störung im Verhalten und / oder im Befinden.

Bei einem epileptischen Anfall kann es zu einer höchst unterschiedlichen Symptomatik kommen.

So zum Beispiel zu leichten Muskelzuckungen, einem Kribbeln bestimmter Körperregionen aber auch zu heftigen Krämpfen, mit schwer wiegenden Zuckungen einer Vielzahl von Muskeln.

 

Erklären Sie diese Vielfalt der Symptomatik eines epileptischen Anfalls aus dem oben Gelernten, dass bei einem epileptischen Anfall, sich eine Vielzahl von Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn synchron entladen.

Wenn man den obigen Satz – bei einer Epilepsie entladen sich synchron eine Vielzahl von Neuronen – versteht, kann man ableiten, dass ein epileptischer Anfall eine höchst unterschiedliche Symptomatik haben kann, die von leichten Muskelzuckungen über ein Kribbeln in bestimmten Körperregionen bis zu heftigen Krämpfen reicht.

Die einzelne Symptomatik eines epileptischen Anfalls wird bestimmt von der Anzahl und von dem Ort im Gehirn, in dem sich die Neurone anfallsartig synchron entladen!

Wenn beispielsweise die Neurone, die sich synchron bei einem Anfall entladen, sich in einer umschriebenen Gehirnregion befinden, die für eine bestimmte Muskelgruppe zuständig ist, so wird es zu Zuckungen und krampfartigen Bewegungen gerade dieser Muskeln kommen.
Liegen die Neurone hingegen in einem sensiblen Areal des Gehirns, so kommt es während des Anfalls zu Kribbeln und Missempfindungen in den entsprechenden Körperzonen.

 

 

Im Zusammenhang mit einer Epilepsie hört man häufiger auch den Begriff eines Gelegenheitsanfalls.
Was ist mit dem Begriff Gelegenheitsanfall gemeint?

  • Nicht jeder Krampfanfall ist gleichzusetzen mit einer Epilepsie!
    In bestimmten Situationen – zum Beispiel langer Schlafentzug, Entzug von Alkohol, unerwünschte Nebenwirkung einzelner Medikamente – kann das Gehirn mit einem Krampfanfall reagieren.  

  • Ein solcher Krampfanfall wird als Gelegenheitskrampf bezeichnet.
    Dabei bedeutet der Begriff Gelegenheit, dass eine bestimmte Voraussetzungen (Ursache) für den Krampfanfall vorliegt und nicht, dass der Krampfanfall ab und zu auftritt. 

 

Nennen Sie eine bestimmte Komplikation in der Schwangerschaft, die häufig mit einem Krampfanfall – im Sinne eines Gelegenheitskrampf – verbunden ist.

Die Eklampsie.

Zur Erläuterung:
Bevor es im letzten Drittel der Schwangerschaft zur Eklampsie, mit tonisch-klonischen Krämpfen kommt, besteht zuvor meist eine so genannte Präeklampsie, die durch Wassereinlagerungen (Ödeme), Eiweißverluste im Harn (Proteinurie) und einer arteriellen Hypertonie gekennzeichnet ist.  

 

Nennen Sie einen typischen Gelegenheitskrampf im frühen Kindesalter!

Im Kindesalter kann ein sehr hohes Fieber leicht zu so genannten Fieberkrämpfen führen. 

Von diesen so genannten Gelegenheitskrämpfen wird die aktive Epilepsie (fortschreitendes Krampfleiden) unterschieden.

 

Mit welcher Prävalenz ist bei einer Epilepsie zu rechnen.

Etwa ein Prozent aller Menschen in Deutschland leiden unter einer Epilepsie!

 

Im Zusammenhang mit einer Epilepsie hört man häufiger den Begriff idiopathische Epilepsie. Was ist mit dem Begriff einer idiopathischen Epilepsie gemeint?

Im Zusammenhang mit einer Epilepsie spricht man von einer idiopathischen Epilepsie, wenn sich für die einzelnen Anfälle keine tiefere Ursache feststellen lässt.
Ein anderer Ausdruck für idiopathische Epilepsie ist genuine Epilepsie

 

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im Gegensatz zur idiopathischen Epilepsie spricht man bei einer Epilepsie, die auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen ist, von einer symptomatischen Epilepsie.

 

Nennen Sie einige bekannte Ursachen, die zu einer (symptomatischen) Epilepsie führen können:

Schädigung des Gehirns durch Sauerstoffmangel (zum Beispiel unter der Geburt).
Tumoren des Gehirns, Unfälle, die zu direkten Schädigungen des Gehirns führen.
Missbildungen von Blutgefäßen im Gehirn.
Infektionen des Gehirns (Enzephalitis) zum Beispiel durch Masern, Meningokokken, Borrelien...
Störungen des Stoffwechsels.

Epilepsien werden auch klassifiziert als fokale Epilepsien und als generalisierte Epilepsien.

 

Was ist mit den Begriffen fokale Epilepsie gemeint?

  • Ein anderer Ausdruck für fokale Epilepsie ist fokaler Anfall oder Herdanfall.

  • Bei einem Herdanfall ist das Anfallgeschehen zu Beginn des Anfalls auf eine umschriebene Region des Gehirns beschränkt.

  •  Im Verlauf kann jedoch auch ein fokaler Anfall in einen generalisierten Anfall übergehen.  

 

Was ist ein generalisierter epileptischer Anfall ?

Von einem generalisierten epileptischen Anfall spricht man, wenn im Verlauf des Anfalls sich keine Hinweise dafür ergeben, dass der Anfall von einer begrenzten, anatomischen Region seinen Ursprung nimmt.

 

Im Zusammenhang mit der Epilepsie hört man häufig den Ausdruck, dass ein tonisch-klonischen Anfall vorlag.

Was versteht man unter einem tonisch-klonischen Anfall?

Der tonisch-klonischen Anfall ist der im allgemeinen Verständnis typische epileptische Anfall mit Sturz, Verkrampfung der Muskulatur und anschließenden rhythmischen Zuckungen aller vier Extremitäten.

Ein solcher Anfall wird auch  Grand-mal-Anfall genannt.

 

Dem eigentlichen epileptischen Anfall kann eine Aura vorausgehen. Was ist mit einer Aura im Zusammenhang mit einer Epilepsie gemeint?

Eine Aura vor einem epileptischen Anfall ist ein  - nur für den Betroffenen wahrnehmbares - Vorgefühl des kommenden Anfalls.

Eine Aura kann – je nach Herd des epileptischen Anfalls - ein sehr unterschiedliches Vorgefühl des kommenden Anfalls sein. So kann es bei einer Epilepsie, die vom Hinterlappen des Gehirns ausgeht, zu visuellen Halluzinationen kommen.

Die Aura kann aber auch in der Wahrnehmung eines sehr unangenehmen Gefühls aus der Magengegend sein oder die Aura kann aus Taubheitsgefühlen oder einem Kribbeln bestehen. Hinweis: viele Betroffene können sich nach Beendigung des Anfalls nicht mehr an den Anfall, wohl aber noch an die Aura erinnern.

 

Welche Symptome zeigen viele Patienten Minuten oder Stunden nach dem Anfall?

Viele Patienten schlafen nach einem überstandenen epileptischen Anfall sehr tief – bis zu Stunden – und sind in dieser Zeit kaum weckbar, sehr müde und oft auch desorientiert.

 

Wie wird die Phase nach einem epileptischen Anfall genannt, wenn der Patient tief schläft und oft auch desorientiert ist? 

Die Phase nach einem epileptischen Anfall bezeichnet man als Terminalschlaf.

 

Was versteht man unter einem Status epilepticus?

Der "normale" epileptische Anfall endet meist nach wenigen Minuten. Dies gilt jedoch nicht für alle epileptischen Anfälle. In Einzelfällen kann es zu einem Status epilepticus kommen:

Von einem Status epilepticus spricht man, wenn epileptische der Anfall mehr als 20 Minuten anhält oder wenn wiederholte epileptische Anfälle kurz hintereinander auftreten, ohne dass der Patient in dieser Zeit das Bewusstsein wieder erlangt.

 

 

Worin liegt die Gefahr speziell des Status epilepticus?

Neben den allgemeinen Gefahren einer Epilepsie – zum Beispiel durch einen Sturz – besteht beim Status epilepticus die Gefahr eines irreversiblen Gehirnschadens. Unter Extremsituationen besteht auch Lebensgefahr.

 

Welche besondere Form der Epilepsie ist im Kindesalter typisch?

Im Kindesalter ist die häufigste Form der Epilepsie die Absencen-Epilepsie.
Bei der Absencen Epilepsie kommt es zu ca. 10 Sekunden dauernden Zuständen völliger Abwesenheit (Absencen) der Kinder.
Eine solche Absencen-Epilepsie kann viele Male täglich auftreten. Während des Anfalls kann es zum Bewusstseinsverlust mit späteren Erinnerungslücken kommen.

 

Welche Grundsätze sollten bei der 1. Hilfe im Fall einer Epilepsie beachtet werden?

Für den Ersthelfer ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass durch den Anfall keine zusätzlichen Schädigungen entstehen:
der Ersthelfer muss daher dafür sorgen, dass gefährliche Gegenstände außer Reichweite des krampfenden Patienten sind.
Des weiteren muss der Ersthelfer einen Krampfenden in gefährlichen Zonen (Straßenverkehr, Treppenhaus, Gewässer) schützen.

Der Ersthelfer sollte auch den Notarzt verständigen.

Hinweis: auch wenn die meisten epileptischen Anfälle nach wenigen Minuten ohne therapeutische Maßnahmen enden, so sollte an die Möglichkeit der Entwicklung eines Status epilepticus gedacht werden.

Der Notarzt sollte auch verständigt werden, weil nicht jeder Krampfanfall ein epileptischer Anfall ist.

 

In älteren Anleitungen zur Ersten Hilfe findet man den Rat, bei einem krampfenden Patienten einen Beißkeils in den Mund zu führen. Wie stehen Sie zu dieser Maßnahme?

Diese früher häufig praktizierte Maßnahme des Einführens eines Beißkeils in den Mund, wird heute in der Ersten Hilfe nicht mehr empfohlen, da der Beißkeil zu zusätzlichen Verletzungen führte und es hierdurch zu einer Verlängerung des Anfalls kommen konnte. 

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