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rheumatisches Fieber: Prüfungsfragen für Heilberufe

Das rheumatische Fieber ist sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen. Besonders Unterschiede zwischen bakterieller Endokarditis und rheumatischem Fieber werden häufig abgefragt.

Wenn Sie die Fragen zum rheumatischen Fieber im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

was versteht man unter der Erkrankung  rheumatisches Fieber?

Das rheumatische Fieber ist eine reaktive Erkrankung (Autoimmunerkrankung), die nach einem durchgemachten Infekt mit Beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A auftritt.
Hinweis:
Unter der Erkrankung rheumatisches Fieber, wird keinesfalls einfach ein Fieber verstanden, dass im Rahmen rheumatischen Erkrankung – zum Beispiel einer rheumatoiden Arthritis – auftritt!

 

In welchem zeitlichen Abstand zum vorausgegangenen Infekt, kommt es typischerweise zum Auftreten des rheumatischen Fiebers?

Zum rheumatischen Fieber kommt es meist nach ca. 2 Wochen (ein bis 3 Wochen) nach einem vorausgegangenen Infekt mit β-hämolysierenden Streptokokken. 

 

Können Sie begründen, warum das rheumatische Fieber auch manchmal als post Streptokokken-Angina bezeichnet wird?

Grundsätzlich kann das rheumatische Fieber nach jeder Infektion mit Beta hämolysierende Streptokokken auftreten.
In der Praxis ist dies jedoch häufig nach einer Tonsillitis (so genannte Mandelentzündung) der Fall.
Daher rührt die manchmal auch gebrauchte Bezeichnung post Streptokokken-Angina.
Tonsilitis

Die Abb. zeigt eine Tonsititis bei der Streptokokken nachgewiesen wurden.

 

 

Erklären Sie das Zu-Stande-Kommen des Begriffes rheumatisch in der Krankheitsbezeichnung rheumatisches Fieber! 

  • Das Wort rheumatisch erklärt sich in der Krankheitsbezeichnung rheumatisches Fieber, durch den bei dieser Krankheit häufig zu beobachtenden Gelenkbefall.  

  • Beim rheumatischen Fieber nach einem Streptokokkeninfekt (meist Tonsillitis), kommt es zu Fieber und auch zu sehr schmerzhaften Schwellungen an Gelenken.

 

Angenommen, Sie würden bei einem rheumatischen Fieber, ein solches schmerzhaft geschwollenes Gelenk punktieren. Erwarten Sie – unterstellt die Diagnose rheumatisches Fieber ist zutreffend – dass Sie dann Bakterien (zum Beispiel Streptokokken) in der Gelenkflüssigkeit nach zuweisen sind?

Nein!  Wie oben in der Definition des rheumatischen Fiebers gelernt, ist das rheumatische Fieber eine reaktive Erkrankung auf einen vorausgegangenen Streptokokkeninfekt. Das Fieber und der schon gelernte Befall von Gelenken, entstehen im Rahmen einer Auto-Immunreaktion.

Sie haben oben bereits gelernt, dass es im Rahmen des rheumatischen Fiebers zu schmerzhaften Anschwellungen von Gelenken kommen kann, ohne dass in den Gelenken Bakterien für die Entzündung ursächlich sind! 

 

Können Sie unter Zuhilfenahme der Begriffe reaktiv und autoimmun die Gelenkschwellungen beim rheumatischen Fieber erklären? 

Um die Definition des rheumatischen Fiebers wirklich zu verstehen, dass es sich dabei um eine reaktive Erkrankung nach einer vorausgegangenen Streptokokkeninfektion handelt, muss man folgendes wissen:
im Körper gibt es – beispielsweise an den Gelenken – Strukturen, die biochemisch der Wand der Streptokokken sehr ähnlich sind. Nach einer Infektion mit Beta β-hämolysierenden Streptokokken entwickelt der Körper gegen die Streptokokken Antikörper.

Diese Antikörper richten sich dabei nicht nur gegen die den Infekt verursachende Streptokokken, sondern auch gegen die biochemisch ähnlichen Strukturen an anderen Körperstellen (zum Beispiel in den Gelenken). Die Antikörper richten sich gegen körpereigene Gewebe!

Formulierung für die fortgeschrittenen Leser:
Bestandteile in den Membranen der Streptokokken wirken als Antigen und stimulieren die Produktion von Antikörpern, die sich auch gegen körpereigene Proteine richten. (Autoimmunreaktion).

 

Sie haben bereits gelernt, dass beim rheumatischen Fieber typischerweise Gelenke betroffen werden. Welche Gelenke (große,  kleine ?) werden beim rheumatischen Fieber schwerpunktmäßig betroffen?  

Beim rheumatischen Fieber kommt es typischerweise zum Befall der großen Gelenke. Am häufigsten ist beim rheumatischen Fieber das Sprunggelenk betroffen.
Das typische Bild des Gelenkbefalls beim rheumatischen Fieber besteht in einer sehr schmerzhaften, von großem Gelenk zu großem Gelenke springenden Arthritis. (Gelenkentzündung)

 

In einzelnen Fällen können beim rheumatischen Fieber aber auch einmal die kleinen peripheren Gelenke betroffen sein.
In einer solchen Situation muss welche Erkrankung besonders differenzialdiagnostisch bedacht werden?

Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis).
Bei der rheumatoiden Arthritis kommt es im frühen Verlauf sehr häufig zu Befall der kleinen Fingergelenke. (z. B. Fingergrund- und -mittelgelenke).


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Sie haben bereits gelernt, dass beim rheumatischen Fieber ein Befall der großen Gelenke zu erwarten ist.
Welches andere Organ ist beim rheumatischen Fieber häufig betroffen?

Das Herz ist beim rheumatischen Fieber sehr häufig betroffen.  

 

Worin liegt die Bedeutung des Befalls des Herzens beim rheumatischen Fieber?

Beim rheumatischen Fieber kommt es am Herzen zu einer Pankarditis.

 

Erläutern Sie den Begriff der Pankarditis!

Die Aussage, beim rheumatischen Fieber kommt es am Herzen zu einer Pankarditis bedeutet, dass alle drei Wandschichten des Herzens (Endokard, Myokarditis und Perikard) von der Entzündung betroffen werden.

 

Der Befall des Herzens war vor der Entdeckung der Antibiotika eine beim rheumatischen Fieber besonders gefürchtete Situation. Können Sie dies begründen? 

Es wurde bereits gesagt, dass beim rheumatischen Fieber am Herzen alle drei Wandschichten (Pankarditis) von den Entzündungen betroffen werden. Die Entzündung der Herzinnenwand (Endokarditis) ist in diesem Zusammenhang besonders bedeutsam, da vom Endokard auch die Herzklappen überzogen werden.

Im Rahmen der beim rheumatischen Fieber ablaufenden Endokarditis kommt es häufig auch zu Schäden an den Herzklappen. Es können sich besonders an der Mitralklappe und an der Aortenklappe Herzklappenfehler ausbilden.

 

 

Das rheumatische Fieber kann sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen. Im Hinblick auf die Ausprägung einzelner Symptome gibt es jedoch Unterschiede!

 

Welche Unterschiede beobachtet man im Verlauf eines rheumatischen Fiebers, wenn Kinder bzw. wenn Erwachsene betroffen werden?

Sind Kinder betroffen, so dominiert der Befall des Herzens.
Sind hingegen Erwachsene betroffen so überwiegt der Befall der Gelenke!

Im Rahmen des rheumatischen Fiebers kann es auch zu einem Befall der Haut kommen.

 

Welche Veränderungen beobachtet man, wenn das rheumatische Fieber auch die Haut befällt?

Beim rheumatischen Fieber können unterschiedliche Hauterscheinungen auftreten. So zum Beispiel ein Erythema anulare, ein Erythema nodosum  oder auch Rheumaknoten.

 Erythema nodosum bei rheumatischem Fieber

Author  ErikH
Permission

Licensed under the GFDL by the author.


die Abb.zeigt ein Erythema nodosum, wie es auch bei einem rheumatischen Fieber auftreten kann.

Im Rahmen eines rheumatischen Fiebers beobachtet man manchmal auch eine Chorea minor.

 

Erläutern Sie die bei einer Chorea zu erwartenden, äußerlich sichtbaren Symptome!

Der Begriff Chorea bedeutet unwillkürliche Bewegungen und Grimmassieren.
Die Symptome der Chorea minor entstehen bei einem rheumatischen Fieber als Folge einer Enzephalitis.

 

Wie wird ein rheumatisches Fieber therapiert? 

Das rheumatische Fieber wird antibiotisch mit Penicillin behandelt. Dies dient dem Ziel, noch vorhandene Streptokokken (zum Beispiel in den Tonsillen oder zirkulierenden Blut) auszuschalten.
Darüber hinaus behandelt man auch mit Acetylsalicylsäure. (Aspirin). Dies wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.

 

Welche andere Erkrankung kann auch postinfektiös nach einem Streptokokkeninfekt auftreten?

Die Glomerulonephritis der Nieren.

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