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Zöliakie: Basiswissen für Heilberufe

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Was ist eine Zöliakie?

Eine Zöliakie ist eine entzündliche Darmerkrankung (Enteropathie), die ursächlich auf eine Unverträglichkeit von glutenhaltigen Lebensmittel zurückzuführen ist.

 

Nennen Sie Weitere Fachausdrücke, die für die Zöliakie synonym (im gleichen Sinn) verwendet werden!

Einheimische Sprue (wird verwendet besonders wenn Erwachsene betroffen sind).
Gluten induzierte Enteropathie
Gluten sensitive Enteropathie
Heubner- Herter-Krankheit.

Hinweis: in älteren Lehrbüchern wird der Ausdruck Zöliakie meist verwendet, wenn die Glutenunverträglichkeit im Kindesalter bestand und der Begriff einheimische Sprue wurde verwendet, wenn die Erkrankung im Erwachsenenalter vorlag.

 

Was versteht man unter Gluten?

Der deutsche Ausdruck für Gluten lautet Klebereiweiß.
Klebereiweiße (Gluten) sind ein Stoffgemisch aus Proteinen (Eiweißen), die im Samen von Getreide vorkommen.

 

 

Nennen Sie einige Getreidesorten, in denen Gluten vorkommt!

  •  Glutenhaltige Getreidesorten sind beispielsweise Weizen, Gerste und Roggen

  • Gluten findet man aber auch in Dinkel und Hafer.

 

Die Zöliakie hat zwei Altersgipfel im Hinblick auf die Erstmanifestation. Wissen Sie welche?

Der 1. Häufigkeitsgipfel der Zöliakie liegt in der frühen Kindheit, wenn Kinder erstmals Nahrung zu sich nehmen, die Gluten enthält.

Der 2. Häufigkeitsgipfel liegt im 3. und 4. Lebensjahrzehnt.

 

Welches Veränderungen lassen sich in der Darmschleimhaut bei einem Patienten mit Zöliakie feststellen?

Bei einem Patienten mit Zöliakie kommt es bei Aufnahme vom Nahrungsmitteln, die Gluten enthalten, zu entzündlichen Veränderungen in der Schleimhaut des Dünndarm.
Bei lange bestehender Aufnahme von Gluten kann es dabei zu ausgedehnten Zerstörungen der Epithelzellen (der Zellen) im Dünndarm kommen. Es entsteht eine Atrophie (Verschmächtigung) der Zotten im Dünndarm.

Sekundär werden infolge der Dünndarmentzündung und der Zottenatrophie viele Nährstoffe im Darm schlecht resorbiert und vielfach unverdaut ausgeschieden.

 

Welche Symptome finden sich bei einer (nicht behandelten) Zöliakie im Erwachsenenalter?

Die klinischen Symptome einer Zöliakie können im Einzelfall ganz erheblich schwanken. Die Schwere der Symptomatik hängt unter anderem von der Länge des betroffenen Darmabschnittes ab.
Drei Symptomen-Gruppen können bei einer Zöliakie im Erwachsenenalter gefunden werden:
 
schlechtes Allgemeinbefinden (Gewichtsverlust, Antriebsschwäche).
Veränderungen des Stuhls (volumiger, fauliger und breiiger Stuhl, aber auch wässrige Durchfälle und sogar Verstopfungen).
Blähbauch (Meteorismus)

 

Mit welchen Problemen sollten Sie im Langzeitverlauf einer Zöliakie rechnen?

Im Langzeitverlauf einer unbehandelten Zöliakie kann es auch zu gravierenden Spätzeichen infolge der gestörten Darmresorption kommen.

Solche Spätzeichen können sein:
eine Anämie,
eine Blutungsneigung,
Zungenbrennen,
Störungen der Nervenfunktion (Neuropathien) und auch
Rhagaden der Mundwinkel


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Mit welchem Fachausdruck werden die klebrig glänzenden Stühle infolge der gestörten Fettverdauung bezeichnet?  /p>

Steatorrhö.

 

Welche Symptome erwarten Sie, wenn ein Kleinkind von einer Zöliakie betroffen ist?

Die Symptome einer Zöliakie im Kleinkindesalter beginnen, nachdem Nahrungsmittel mit glutenhaltigen Substanzen aufgenommen worden sind.

  • Im Kleinkindesalter kommt es bei einer Zöliakie häufig zum Erbrechen. 

  • Die Kinder haben wenig Appetit und nehmen nicht ausreichend an Gewicht zu.

  • Im längerfristigen Verlauf kann es auch zu Störungen des Längenwachstums sowie zum Auftreten eines vorgewölbten und geblähten Bauches aber auch zu einer verzögerten Pubertät kommen.

  • Solche Entwicklungsstörungen im Kindesalter werden als Gedeihstörungen bezeichnet.

 

Wie wird eine Zöliakie präzise diagnostiziert?

Die klinischen Symptome einer Zöliakie sind alle mehrdeutig. Die Diagnose Zöliakie stützt sich heute auf den Nachweis von Autoantikörpern und eventuell einer Biopsie der Darmschleimhaut.

Mit einem fehlendem Nachweis, der für die Sprue typischen Antikörper, kann eine Zöliakie praktisch ausgeschlossen werden.
Um eine Zöliakie positiv nachzuweisen ist eine Biopsie (Gewebeprobe) aus dem Dünndarm notwendig.
Im Falle einer Zöliakie (einheimische Sprue) findet man einen Dünndarmschleimhaut, die eine erhebliche Reduktion der Zotten oder gar eine Atrophie der Zotten zeigt.

 

Ist die Zöliakie eine häufige Erkrankung?

  • In älteren Lehrbüchern wird die Zöliakie als eine seltene Erkrankung bezeichnet.

  • Die modernen Nachweismethoden belegen, dass die Zöliakie eine Erkrankung mit recht hoher Prävalenz (Häufigkeit) darstellt. In Deutschland ist mit einer Prävalenz der Zöliakie von etwa 1:500-1:1000 zu rechnen.
    Die Zöliakie ist also alles andere als eine seltene Erkrankung!

 

Welcher Erkrankungen sollten im Zusammenhang mit einer Zöliakie differentialdiagnostisch stets in Betracht gezogen werden?

Die Zöliakie ist eine Mischung aus einer Allergie gegen Nahrungsmittel (Gluten) sowie einer Autoimmunerkrankung.
Auch andere Nahrungsmittelallergien – so zum Beispiel eine Allergie gegen Milch oder gegen Sojaeiweiß – kann zu ganz ähnlichen Symptomen wie bei der Zöliakie führen.
Aber auch eine Colitis ulcerosa oder der Morbus Crohn sollte in Betracht gezogen werden.

 

Was ist eine tropische Sprue?

Auch bei der tropischen Sprue kommt es zu einer mangelhaften Resorption von aufgenommenen Nährstoffen im Darm. Anders als bei der einheimischen Sprue (Zöliakie) liegt der Grund hierfür jedoch nicht in eine Allergie gegen Substanzen in der Nahrung. 
Vermutlich entsteht die tropische Sprung durch eine Besiedlung mit pathogen Keimen. (Zum Beispiel: Klebsiellen, E. coli und Enterobakter).

 

Welche Begleiterkrankungen sollten bei einem an einer Zöliakie erkrankten Patienten zusätzlich erwogen werden?

Diabetes mellitus Typ 1,
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, (zum Beispiel Hashimoto-Thyreoiditis).
Dermatitis herpetiformis (juckende Hauterkrankungen besonders an den Streckseiten der Extremitäten).

Merke: die Zöliakie ist neben einer Allergie gegen Gluten auch eine Autoimmun-Erkrankung.
Auch der Diabetes mellitus Typ 1 und die Hashimoto-Thyreoiditis sind Auto-Immunerkrankungen!

 

Wie wird eine Zöliakie behandelt?

Die Zöliakie wird mit einer lebenslang durchzuführenden glutenfreien Diät behandelt!

Konsequente durchgeführt, kann eine glutenfreie Diät dazu führen, dass die Darmschleimhaut sich wieder erholt und die Langzeitfolgen der Zöliakie ausbleiben oder minimiert werden.

 

Nennen Sie eine besonders problematische Langzeitkomplikationen bei der Zöliakie!

Nach langer Erkrankungsdauer kommt es zum gehäuften Auftreten maligner Tumore, so zum Beispiel von T-Zell-Lymphomen kommen!
Auch dieses Risiko lässt sich durch eine konsequente Einhaltung einer glutenfreien Diät wesentlich vermindern.

 

Nennen Sie einige Getreidearten, die glutenfrei sind!

Mais,
Reis,
Hirse

 

Wie werden glutenfreie Lebensmittel gekennzeichnet?

Das Zeichen für glutenfreie Nahrungsmittel ist das Symbol einer durchgestrichenen Getreideähre.

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