Logo-Heilberufe
 

 

Pfortader-Hochdruck (portale Hypertension)

Was ist ein Pfortader-Hochdruck? (portale Hypertension)

Der normale Druck im Pfortader-System beträgt 3 - 6 mmHG. Bei einem Druck über 6 mmHG spricht man von einer portalen Hypertension (Pfortader-Hochdruck). Prinzipiell ist die Ursache des Pfortader-Hochdruckes eine Erhöhung des Fluss-Widerstandes im Pfortader-Gefäßsystem.

zur Erläuterung:

Pfortader

Die Pfortader (Vena porta) sammelt das (nährstoffreiche) venöse Blut aus den nicht paarigen Organen des Bauchraumens. (Also: Magen, Dünndarm, Dickdarm, Milz....)

Die Pfortader zieht mit der Arteria hepatica und dem Ductus hepaticus (Gallengang) zum Leberhilus. (Glisson-Trias)

Die Abb. links zeigt die Pfortader neben dem Gallengang (Ductus hepaticus) und der Arteria hepatica

Die Pfortader verzweigt sich dann - wie auch die A. hepatica und der Gallengang - zu immer kleineren Gefäßen in der Leber. Diese Glisson-Trias verläuft zwischen mehreren der 1-2 mm großen Leber-Läppchen. In der Mitte eines jeden Leber-Läppchens findet man die Lebervene! Die Lebervenen sammeln sich zu immer größeren Venen und münden "hinter" der Leber in die untere Hohlvene.

Diese Grundzüge der Anatomie des Pfortader-Systems sind wichtig, um zu verstehen, welche Ursachen zu einem Pfortader-Hochdruck (portale Hypertension) führen und welche Komplikationen hierdurch entstehen.

 

Was ist die Ursache des Pfortader-Hochdruckes?

Dem Pfortader-Hochdruck (portale Hypertension) liegt immer eine Erhöhung des Fluss-Widerstandes im Gefäß-System der Pfortader zugrunde. Je nach dem an welcher Stelle dieses Erhöhung des Fluss-Widerstandes liegt unterscheidet man als Ursache der portalen Hypertension - analog zum Ikterus - einen:

  • prä-hepatischen Block  (Engstelle liegt vor dem Leberhilus)

  • intra-hepatischen Block (Verengung der Pfortader bzw. ihre Äste in der Leber)

  • post-hepatischer Block (Stauung des venösen Abfluss aus der Leber)

 

Welche Erkrankungen führen zu einem prä-hepatisch bedingtem Pfortader-Hochdruck?

Die sind Thrombosen der Pfortader oder auch der Milzvene (Vena lienalis). Ursächlich können auch Tumore sein, die vor dem Leberhilus die Pfortader komprimieren.

Eine Sonderform ist die von einer Infektion der Nabelschnur ausgehende Thrombose, die auf die Pfortader fortgeleitet wird.

 

Welche Erkrankungen führen zu einem intra-hepatisch bedingtem Pfortader-Hochdruck?

In unseren Breiten ist die häufigste Ursache des intra-hepatischen Pfortader-Hochdruckes eine Leberzirrhose oder eine chronische Hepatitis. Selten auch einmal ein Morbus Wilson (Kupfer-Speicherkrankheit)

In den Tropen ist die häufigste Ursache des intra-hepatisch bedingten Pfortader-Hochdruckes eine Bilharziose (Schistosomiasis)

 

Was ist eine Bilharziose?

Die Bilharziose (Schistosomiasis) ist eine durch Pärchen-Egel (etwa 1-2 cm große Saugwürmer) bedingte Infektionskrankheit, die u.a. Harnblase, Darm, Leber, Lunge und Gehirn befällt.

 

Welche Erkrankungen führen zu einem post-hepatisch bedingtem Pfortader-Hochdruck?

Am häufigsten ist die chronische Rechtsherz-Insuffizienz ursächlich. Es kommt dabei zu einem Rückstau des Venenblutes über die Vena cava inferior (untere Hohlvene) in die Lebervenen.

Eine seltene Ursache eines post-hepatisch bedingten Pfortader-Hochdruckes ist das Budd-Chiari-Syndrom

 

Was ist das Budd-Chiari-Syndrom?

Das Budd-Chiari-Syndrom ist ein Verschluss der Leber-Venen, z.B. durch Thombose oder Tumorkompression.

 

Welche Folgen hat die Druckerhöhung in der Pfortader?

Die Hypertension der Pfortader hat zwei klinisch markante Folgen:

  • Aszites (Bauchwassersucht)

  • Kollateral-Kreisläufe (Umgehungs-Kreisläufe)

 

Wie kommt es beim Pfortader-Hochdruck zur Bildung von Aszites?

Unter Aszites versteht man die Einlagerung von Flüssigkeit in die freie Bauchhöhle. Dies hat beim Portader-Hochdruck meist mehrere Gründe:

  • So ist infolge der gestörten Leberfunktion die Eiweiß-Produktion der Leber gemindert mit der Folge eines verringerter onkotischen Druckes.

  • Der erhöht Fluss-Widerstand im Pfortader-Gefäßsystem führt zum Rückstau von Blut und zu einem vermehrten Blut-Volumen in den zur Pfortader führenden Venen. Ein Teil der in den Venen gestauten Flüssigkeit dringt durch die Gefäßwand in die freie Bauchhöhle.

 

Wie kommt es beim Pfortader-Hochdruck zur Bildung von Kollateral-Kreisläufen?

Beim Gesunden ist Richtung des venösen Blutstromes in den nicht paarigen Bauchorganen Richtung Pfortader. Von der Pfortader durch die Leber in die Lebervenen und dann in die untere Hohlvene.

Kurz gesagt: Der Blutstrom beim Gesunden ist von der Pfortader zur Leber gerichtet!

Bei (schwerem) Pfortader-Hochdruck verlangsamt sich nicht nur der Blutstrom in Richtung Leber. Der Blutstrom kann sich umkehren und weg von der Leber führen! Dann wird Blut, dass zur Leber soll, auf einem Umweg in die untere Hohlvene geleitet.

 

Welche Kollateral-Kreisläufe bilden sich aus?

Es bilden sich insgesamt 4 Kollateral-Kreisläufe mit sackartig erweiterten Venen (Varizen)

  • Ösophagus- und Fundus-Varizen

  • Varizen im Plexus hämorrhoidales (äußere Hämorrhoiden)

  • Varizen um den Nabel (Caput medusa)

  • Kollateral-Kreislauf zwischen Milz und linker Nierenvene (im Urin Proteinurie)

 

Wie entsteht das Caput medusa?  (Medusenhaupt)

Im Kreislauf des Fötus fließt sauerstoffreiches (!) Blut von der Plazenta durch die Nabelvene zur Pfortader und zur unteren Hohlvene. Nach der Geburt verschließen sich die Blutgefäße, die Nabel-Vene mit der Pfortader verbunden haben.

Beim Pfortader-Hochdruck werden diese Blutgefäße wieder von Blut, das Richtung Nabel fließt, durchströmt. Um den Nabel bilden sich erweiterte Venen, die man als Medusenhaupt (Caput medusa) bezeichnet.

zur Kontrolle und Vertiefung des zum Pfortader-Hochdruck Gelernten:  multiple Choice Fragen zur Leber

 

___________________________________________________________________________________________________________________

 

Wenn Sie sich in der Vorbereitung auf die HP-Prüfung befinden, können Sie Ihre Chance, die Prüfung zu bestehen durch eine gezielte Prüfungsvorbereitung verbessern:

Z.B. durch den Erwerb unserer Lernmaterialien:

  1. 420 Test-Prüfungsfragen in 7 simulierten schriftlichen HP-Prüfungen mit ausführlich kommentieren Antworten für 14.95 €   (näheres hier)

  2. 21 circa 45-50 minütige Audio-Lektionen für 29,95 €    (näheres hier)

  3. oder das Gesamtpaket für 34,95 €   (näheres hier)

  4. Für Schulen und Seminarleiter/Innen vergeben wir Lizenzen zur legalen Weitergabe unserer Lernmaterialien zu vergünstigten Konditionen.
    Sprechen sie uns schriftlich an unter: info@heilpraktiker-pro.de