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Myelom und Plasmozytom: Prüfungsfragen für Heilberufe

Das Myelom und Plasmozytom sind sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zum Plasmozytom / Myelom  im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

um den Begriff des multiplen Myeloms bzw. des Plasmozytoms zu verstehen, sind Grundkenntnisse der Blutbildung Voraussetzung. Insbesondere muss der Begriff der Plasmazelle bekannt sein.

 

Daher hier zunächst noch einmal zur Wiederholung.  Welche Aufgabe hat eine Plasmazelle?

Die Plasmazellen gehören zu den weißen Blutkörperchen. Ihre Aufgabe besteht in der Produktion und der Abgabe von Antikörpern. (Sie erinnern sich: zum Beispiel bei Infektionen werden die eindringenden Erreger (Antigene) durch Antikörper, die der Körper herstellt, bekämpft).
Sie könnten auch sagen:  die in den Plasmazellen gebildeten Antikörper bekämpfen in den Körper eingedrungene Fremdeiweiße wie Bakterien, Viren und dergleichen. 

 

Wo wird die Plasmazelle gebildet?

Wie alle weißen Blutkörperchen wird auch die Plasmazelle im (roten) Knochenmark gebildet. 

 

Was ist ein multiples Myelom?

Das Multiple Myelom ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des blutbildenden Systems. (Umgangssprachlich auch als Blutkrebs bezeichnet).
Kennzeichnend für das Multiple Myelom ist die unkontrollierte Vermehrung von entarteten Plasmazellen!

 

 

Der Begriff multiples Myelom und Plasmozytom hört man vielfach im gleichen Atemzug genannt. Gibt es zwischen diesen Begriffen einen Unterschied?  

  • Vom Plasmozytom spricht man, wenn lediglich an einer einzigen Stelle im Knochenmark entartete Plasmazellen vorkommen.
    Kommen an vielen (multiplen) Stellen im Knochenmark, maligne entartete Plasmazellen vor, so spricht man vom multiplen Myelom.

  • Hinweis: manchmal wird das Multiple Myelom auch als Morbus Kahler bezeichnet.

Sie haben oben gelernt, dass Plasmazellen Antikörper produzieren.

 

Ist es zu erwarten, dass beim multiplen Myelom die Abwehrlage (Infektabwehr) hierdurch verbessert wird?

Auf den 1. Blick erscheint eine solche Folgerung schlüssig;
tatsächlich hat jedoch ein Patient mit einem multiplen Myelom eine erheblich verminderte Abwehr!

 

Versuchen Sie diesen scheinbaren Widerspruch zu erklären und begründen Sie, warum ein Multiples Myelom zu einer geschwächten Infektabwehr führt!

Da sich beim multiplen Myelom nicht alle Plasmazellen unkontrolliert vermehren, sondern nur ein einziger Stamm (Klon) aus Plasmazellen vermehrt, bildet sich auch nur ein einziger Antikörper; und dieser manchmal nur auch nur unvollständig oder bruchstückhaft.
Für eine gute Immunabwehr ist jedoch eine flexible und differenzierte Produktion von Antikörpern aus Plasmazellen erforderlich.
Ein einziger – völlig am Bedarf vorbei und in großen Mengen produzierter Antikörper (oder nur ein Teil davon) - ist zu Immunabwehr in den allermeisten Situationen völlig ungeeignet.

Dies erklärt, dass ein von einem multiplen Myelom Betroffener keine verbesserte Immunantwort gegenüber einem Gesunden hat.

 

Warum hat ein an einem multiplen Myelom leidender Patient aber eine wesentlich schlechtere Immunabwehr, als ein gesunder  Mensch?

Die unkontrolliert im Knochenmarkt heranwachsenden Plasmazellen verdrängen und infiltrieren gesunde Zellen in der Nachbarschaft und schädigen deren Wachstum. Hierdurch werden andere weiße Blutkörperchen und auch weitere Blutbestandteile an ihrer Bildung gehindert.
Besonders wenn beim multiplen Myelom dies an vielen Stellen im Knochenmark geschieht, kommt es zu einer erheblichen Minderung der Fähigkeit zur Immunabwehr.
Anders ausgedrückt: es stehen zwar mehr Plasmazellen und auch in der Summe mehr Antikörper zur Verfügung. Nicht jedoch die für die jeweilige Infektsituation richtigen Antikörper!

 

Was versteht man unter dem Begriff monoklonale Antikörper?

Den Begriff monoklonale Antikörper hört man häufig im Zusammenhang mit Plasmozytom / multiplen Myelom.
Hiermit wird zum Ausdruck gebracht, dass eine entartete Plasmazelle, sich völlig unkontrolliert vermehrt (einen Klon bildet) und aus diesem Klon von Plasmazellen, eine große Menge gleicher Antikörper (monoklonale) entstehen.


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Erklären Sie, warum bei einem multiplen Myelom, Patienten manchmal erstmals den Arzt wegen Knochenschmerzen (oder auch wegen Rückenschmerzen) aufsuchen!

Sie haben oben gelernt, dass die entarteten Plasmazellen im Knochen das gesunde Knochenmark verdrängen.
Die maligne entarteten Plasmazellen aktivieren beim multiplen Myelom auch Zellen, die für den Abbau des Knochens zuständig sind. Hierdurch wird der Knochen an den betroffenen Stellen immer mehr von innen heraus aufgelöst.

 

Wie werden die Knochenzellen genannt, die die Knochensubstanz abbauen?

Die Zelltypen, die Knochen abbauen heißen Osteoklasten; Zellen die den Knochen aufbauen, werden Osteoblasten genannt.

Ein multiples Myelom (Plasmozytom) kann durch Auflösung des Knochens (Osteolyse) zu Knochenschmerzen führen.

 

Formulieren Sie den obigen Satz noch einmal unter Verwendung der entsprechenden Fachtermini!

Beim multiplen Myelom werden die Osteoklasten im Knochen aktiviert. Dies führt zur Osteolyse an den entsprechenden Stellen im Knochen. Eine fortgeschrittene Osteolyse spürt der Patient als Knochenschmerz.

Die Osteolyse (Auflösung des Knochens durch Aktivierung der Osteoklasten) kann beim Multiplen Myelom so weit gehen, dass die Knochensubstanz an einzelnen Stellen nahezu völlig aufgelöst wird und unter Alltagssituationen frakturiert.

 

Wie werden solche speziellen Frakturen in der Medizin genannt?

Solche speziellen Frakturen werden pathologische Frakturen genannt.

Anders ausgedrückt:
von einer pathologischen Fraktur spricht man, wenn ein durch Osteolyse geschädigter Knochen unter einfachen Belastungen des Alltags bricht (frakturiert).

 

 

Erklären Sie, warum es bei einem multiplen Myelom auch zur einer Anämie kommen kann?

Bei vielfältigem Befall des Knochenmarks kommt es zu einer Schwäche der Knochenmarksfunktion (Knochenmarkinsuffizienz). Hierdurch werden sowohl rote Blutkörperchen als auch weiße Blutkörperchen wie auch Blutplättchen (Thrombozyten) nur in vermindertem Maß gebildet.

Neben der Anämie beobachtet man bei einem Patienten mit Multiplen Myelom auch häufig eine extrem gesteigerte Blutsenkung.  (BSG)

 

Wie wird dieser besondere Typ der sehr stark erhöhten Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit auch noch bezeichnet?

Die für ein multiples Myelom typische, sehr stark erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit mit Werten von oft über 100 mm in der 1. Stunde, wird auch Sturzsenkung genannt.

 

Welche typische Veränderung findet man im Urin bei einem Patienten mit multipler Myelom?

Im Urin findet man bei einem Patienten mit multiplem Myelom oft das Bence-Jones- Protein.

 

Was versteht man unter einem Bence-Jones-Protein?

Sie haben oben gelernt, dass die entarteten Plasmazellen völlig am Bedarf vorbei Antikörper produzieren. Auch Antikörper sind Eiweiße. Die Antikörper beim multiplen Myelom entsprechen relativ kleinen Eiweißen (niedermolekularen Eiweißen).
Diese sehr kleinen Eiweiße, werden in der Summe als Paraproteine bezeichnet. Für die Niere sind sie toxisch. (Schädigend).

Die niedermolekularen Eiweiße werden durch die geschädigte Niere in den Urin ausgeschieden. (Im normalen Urin finden sich keine Eiweiße). Die im Urin nachgewiesenen, niedermolekularen Paraproteine werden dort als Bence-Jones-Proteine bezeichnet.

Das Multiple Myelom kann unter anderem durch eine autologe Stammzelltransplantation behandelt werden.

 

Erläutern Sie das Prinzip der autologen Stammzelltransplantation!

Zunächst werden für die autologe Stammzelltransplantation dem Patienten eigene (autologe) Stammzellen entnommen und im Labor vermehrt.
Während dieser Zeit wird der Patient mit einer aggressiven Chemotherapie behandelt, die (fast) alle im Knochenmark verbliebenen Zellen abtötet.
Nach Wiederzuführung der eigenen Stammzellen (autologe Stammzellen) regeneriert die Bildung der (gesunden) Blutzellen im Knochenmark.

Osteolyse bei Plasmozytom

Die Abb. zeigt die Röntgenaufnahme des Knies in 2 Ebenen. Der Patient hat eine Sturzsenkung von 120 mm in der ersten Stunde.

 

Wie deuten Sie - nach dem bisher gelernten - die im Röntgenbild sichtbare Veränderung?

Es handelt sich bei den "hellen" Stellen im distalen Obrschenkel um eine Osteolyse. Bei der extrem gesteigerten BSG besteht der Verdacht auf ein Plasmozytom / Myelom. Weitere Untersuchungen z.B. Urin (Bence-Jones-Protein), Paraproteine im Blut, Knochenmarkspunktion....sind jedoch erforderlich.

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