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Der Kaliumhaushalt: Prüfungsfragen für Heilberufe

Störungen des Kaliums im Blutplasma sind sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zum Kaliumimhaushalt im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Sie lesen in einem Buch, das Störungen im Kaliumhaushalt zu den häufigsten Elektrolytstörungen zählen. Erläutern Sie in diesem Zusammenhang den Begriff Elektrolyte!

Unter Elektrolyten versteht man in der Medizin chemische Substanzen, die im Blut oder in den Geweben (Zellen) als positiv oder negativ geladene Teilchen vorkommen.
Dabei werden die geladenen Teilchen als Ionen bezeichnet.
Typische Beispiele für Elektrolyte sind Natriumchlorid (NaCl), Kaliumchlorid (KCl) oder Kalziumchlorid (CaCl). In der wässrigen Lösung (im Blut) zerfällt dabei das NaCl in ein positiv geladenes Natriumion (Na+) sowie in ein negativ geladenes Chlorion (Cl-). 

 

Das Kalium ist kein Spurenelement! Es kommt im Organismus in recht großer Menge vor und man bezeichnet es daher als sogenanntes Mengenelement. Dabei findet man Kalium sowohl im Blut als auch in den Zellen.

Wo findet man das meiste Kalium?

Das meiste Kalium findet man in den Zellen.  
Wir merken uns nebenbei:
das Natrium ist das häufigste negativ geladene Ion (Kation) im extrazellulären Raum,
das Kalium hingegen ist das häufigste Kation im intrazellulären Raum.

 

 Aus praktischen Gründen wird bei Verdacht auf Störungen des Kaliumhaushalts der Gehalt an Kalium im Blut bestimmt.

Wegen der Bedeutung des Kaliums für zahlreiche Stoffwechselprozesse, sollte man die Schwankungsbreite des Ions Kalium im Blut kennen. In welchen Bereichen schwankt beim gesunden Erwachsenen die Kaliumkonzentration?

Im Blutplasma hat das Kalium eine Konzentration zwischen 3,5 bis etwa 5,0 mmol/l.
(Hinweis: mmol/l sprich Millimol pro Liter)

 

 

Nennen Sie mindestens eine ganz entscheidende Funktion im Stoffwechsel, an der das Kalium ganz wesentlich beteiligt ist! 

  • Kalium hat eine überragende Bedeutung für die Funktionalität der Nervenleitung (Zustandekommen des Aktionspotenzials).
    Kalium hat aber auch eine überragende Bedeutung für die Funktionalität der glatten wie der quer gestreiften Muskulatur sowie auch der Herzmuskulatur.

  • Für die fortgeschrittenen Leser:
    der Einstrom von Kalium in die Betazellen des Pankreas führt zur Ausschüttung von Insulin ins Blut.

 

Wie gelangt das Kalium in unseren Körper?

Mit unserer Nahrung nehmen wir täglich mehrere Gramm Kalium zu uns.

 

 

Um den Kaliumgehalt im Blutplasma aufrechtzuerhalten, muss in etwa die gleiche Menge Kalium, die mit der Nahrung aufgenommen wird, auch wieder ausgeschieden werden.

Wie erfolgt die Ausscheidung des Kaliums?

Etwa 90 % des aufgenommenen Kaliums wird über die Niere ausgeschieden.
Die restlichen 10 % werden über den Stuhl und den Schweiß aus dem Körper entfernt.

 

Wir haben bereits gelernt, dass die Kaliumkonzentration im Blutplasma zwischen 3,5 mmol/l und 5,0 mmol/l schwankt.

Mit welchem Fachausdruck wird eine Verminderung der Kaliumkonzentration im Blutplasma unter 3,5 mmol/l bezeichnet? 

Hypokaliämie

 

Was versteht man hingegen unter einer Hyperkaliämie?

Bei einer Hyperkaliämie ist die Kaliumkonzentration beim Erwachsenen auf über 5,0 mmol/l erhöht.


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Ihre Patientin Frau K. (58 Jahre) berichtet, dass sie seit Monaten sich immer häufiger schwach und schlapp fühle.

Begründen Sie aus Ihrem bisherigen Wissen zur Physiologie des Kaliums, warum sie bei dieser Beschwerdeschilderung (Gefühl der Schwäche), unter anderem auch an einen Kaliummangel denken sollten!

Eine Hypokaliämie führt zu einer verminderten Erregbarkeit der Muskulatur. Diese verminderte Erregbarkeit der Muskulatur empfinden die Betroffenen als eine Schwäche.
Im Extremfall kann aus einem Kaliummangel sogar eine Lähmung entstehen!

 

Welche Frage an die Patientin sollten Sie bei Verdacht auf einen Kaliummangel niemals vergessen?

  • Die Frage, ob eine Obstipation (Verstopfung) besteht.

  • Begründung:

  • Bei einem Kaliummangel wird nicht nur die Erregbarkeit der quer gestreiften Muskulatur vermindert; sondern auch die Erregbarkeit der im Magen-Darm-Trakt vorkommenden glatten Muskulatur.

  • Dies führt zur Obstipation.

  • Im Extremfall kann ein Kaliummangel sogar Ursache für einen paralytischen Ileus sein.

 

Eine der häufigen Gründe für einen Kaliummangel (Hypokaliämie) ist die Diarrhö (Durchfall) und / oder das Erbrechen.

Begründen Sie dies aus ihrer bisherigen Kenntnis der Physiologie des Kaliums.

Kalium wird täglich mit der Nahrung aufgenommen. (Mehrere Gramm pro Tag). Bei Durchfall und / oder Erbrechen wird zu wenig Kalium aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert und es entsteht im Blutplasma ein Kaliummangel.

 

Bei der oben skizzierten Patientin Frau K (58 Jahre) sollten Sie bei Verdacht auf einen Kaliummangel auch ein EKG durchführen! Begründen Sie dies! 

Ein Kaliummangel kann zu Herzrhythmusstörungen führen.

Vor allem ventrikuläre und supraventrikuläre Arrhythmien sind bei einem Kaliummangel zu erwarten.

 

 Im Zusammenhang mit Herzrhythmusstörungen bei Hypokaliämie, sollten Sie stets auch nach der Einnahme einer bestimmten Medikamentengruppe fragen!

Welche Medikamentengruppe ist gemeint?

Bei einem Kaliummangel sollten Sie stets auch nach der Einnahme von Digitalispräparaten, den sogenannten Herzglykosiden fragen.
(Digitalispräparate sind beispielsweise Lanikor® oder Digimerk®).  
Ein Kaliummangel erhöht die Empfindlichkeit der Herzmuskulatur gegenüber den Digitalispräparaten und kann zu Herzrhythmusstörungen führen bzw. diese verstärken.

 

Im Zusammenhang mit der Ursachenforschung eines Kaliummangels sollten Sie eine Frage niemals vergessen. Welche Frage ist das?

Nehmen Sie Abführmittel ein?

Begründung:
Abführmittel (Laxanzien) sind im medizinischen Alltag eine häufige Ursache für einen Kaliummangel.
Die Einnahme von Laxanzien führt zu Durchfällen. Die Durchfälle verstärken den Kaliummangel. Der Kaliummangel führt zur Obstipation (Verstopfung), die dann erneut mit Laxanzien behandelt werden muss.

Wir haben bisher gelernt, dass wir bei einer unerklärbaren Schwäche und Müdigkeit an einen Kaliummangel denken sollten.

Wir sollten aber auch bei einer Schwäche und Müdigkeit an eine recht häufige hormonelle Störung denken. Welche hormonelle Störung ist gemeint?

Die Unterfunktion der Schilddrüse ( Hypothyreose ).

 

 

Neben den bereits gelernten Laxanzien (Abführmittel) kann auch noch eine andere Medikamentenklasse zu einer Hypokaliämie führen. Welche Medikamentenklasse ist hier gemeint?

(Hinweis: denken Sie daran, dass die Kaliumausscheidung im Wesentlichen (zu 90 %) über die Nieren erfolgt!)

Medikamente, die die Urinausscheidung über die Niere fördern, können ursächlich für eine Hypokaliämie sein.
Medikamente, die die Urinausscheidung über die Niere fördern nennt man Diuretika.

 

 Sie beobachten bei einer Patientin mit bekannter Anorexia nervosa einen Kaliummangel. Begründen Sie das Zustandekommen des Kaliummangels bei diesem Krankheitsbild.

Bei der Anorexia nervosa besteht eine Essstörung. Zum einen wird hierdurch häufig grenzwertig wenig Kalium aufgenommen.
Manche Patienten mit Anorexia nervosa führen jedoch auch heimlich ein Erbrechen herbei. Beide Faktoren begünstigen die Entstehung eines Kaliummangels.

 

Erklären Sie aus ihrer Kenntnis des Hormonsystems, warum eine Überproduktion von Aldosteron (Hyperaldosteronismus) zu einer Verminderung des Kaliums im Blut führt!

Das Aldosteron (Mineralokortikoid) steuert den Flüssigkeitshaushalt und somit auch den Blutdruck des Körpers. (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).

Durch die Wirkung des Aldosterons wird Natrium in der Niere zurückgehalten und Kalium mit dem Urin vermehrt ausgeschieden. Bei längerfristig vermehrter Ausscheidung des Kaliums Urin entsteht eine Hypokaliämie.

 

Einen leichten Kaliummangel im Blutplasma kann man therapeutisch mittels der Ernährung ausgleichen.

Nennen Sie einige Nahrungsmittel, die recht viel Kalium enthalten.

Viel Kalium enthalten die Lebensmittel: Bananen, Nüsse, Spinat und Vollkornbrot.  
Für die fortgeschrittenen Leser:
zum Ausgleich des Kaliummangels gibt es auch kaliumhaltige Brausetabletten.

 

Unter welchen Bedingungen kommt es gehäuft zur Hyperkaliämie?

Die häufigste Ursache einer Hyperkaliämie ist eine Verringerung der Kaliumausscheidung durch die Nieren. Dies kommt im Zusammenhang mit einer Niereninsuffizienz vor.

 

Nennen Sie eine Ursache für eine verminderte Kaliumausscheidung durch die Nieren, deren tiefere Ursache in der Nebenniere liegt!

Beim Morbus Addison – der Insuffizienz der Nebennierenrinde – wird zu wenig Aldosteron gebildet.
Aldosteron führt in der Niere zu einer vermehrten Rückresorption von Natrium und einer vermehrten Ausscheidung von Kalium. (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System = RAAS).
Bei einer verringerten Menge an Aldosteron ist daher die Ausscheidung von Kalium vermindert und es kommt mittelfristig zu Hyperkaliämie.


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Nennen Sie eine Ursache für eine verminderte Kaliumausscheidung durch die Nieren, deren tiefere Ursache in der Nebenniere liegt!

Beim Morbus Addison – der Insuffizienz der Nebennierenrinde – wird zu wenig Aldosteron gebildet.
Aldosteron führt in der Niere zu einer vermehrten Rückresorption von Natrium und einer vermehrten Ausscheidung von Kalium. (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System = RAAS).
Bei einer verringerten Menge an Aldosteron ist daher die Ausscheidung von Kalium vermindert und es kommt mittelfristig zu Hyperkaliämie.

 

Warum ist es notwendig, recht bald eine Hyperkaliämie zu erkennen und zu behandeln?

Die Gefahr der Hyperkaliämie besteht in der Entwicklung von Herzrhythmusstörungen.
Bei einer Hyperkaliämie kann auch ein Kammerflimmern entstehen.

 

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