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Niere und Hypertonus (renale Hypertonie)

Wann sprechen wir überhaupt von einer Hypertonie?

Bei der Antwort sollte man sich auf die WHO-Definition berufen. Die WHO spricht dann von einer Hypertonie, wenn der systolische Blutdruck über 140 mmHg beträgt und der diastolische Blutdruck über 90 mmHg beträgt.

 

Was versteht man unter sekundärer Hypertonie?

Etwa 90 % aller Hypertonie Formen sind essentiell. Das heißt zu gut Deutsch: Bei diesen Hypertonien lässt sich keine weitere tiefere Ursache finden.

Etwa 10 %  aller Hypertoniker haben eine sekundäre Hypertonie. Hier ist die Hypertonie Folge einer anderen Erkrankung.

Der sekundäre Hypertonus kann renal oder hormonell bedingt sein. Man spricht bei Verursachung des Hypertonus durch eine Nierenerkrankung auch von einem renalen Hypertonus. In grober Näherung kann man sagen, nicht ganz 10 % der Hypertoniker haben einen renal bedingten Hypertonus.

 

Wie reguliert die Niere den Blutdruck?

Verstehen kann man die Bedeutung der Niere für die Regulation des Blutdruckes nur, wenn man das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System versteht.

Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ist ein Regelkreislauf, der sowohl den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers steuert, als auch blutdruckregulierend wirkt.

 

 

Was geschieht bei einem Abfall des Blutdruckes in der Niere?

Kommt es zum Blutdruckabfall in der Niere, so wird im juxtaglomerulären Apparat Renin freigesetzt!

Neben dem Blutdruckabfall kann jedoch auch noch eine andere Situation Renin freisetzen, nämlich der Verlust an Kochsalz und Wasser. Letztlich ist dies ja ein Verlust von Blutvolumen.

 

Was bewirkt das Renin?

Das Renin wirkt auf ein Eiweiß im Blut, und zwar auf das Angiotensinogen. (Angiotensinogen hat keine Wirkung auf die Blutgefäße).

Das Angiotensinogen wird unter dem Einfluss des Renins umgebaut in das Angiotensin I

 

Bewirkt das Angiotensin I dann die Blutdrucksteigerung?

Der RAAS Mechanismus ist komplexer:

Das Angiotensin I hat noch keine bedeutende Wirkung in Hinblick auf die Blutdruckregulation. Aber nun passiert in der Niere Folgendes:

Unter Einfluss eines weiteren Enzyms, nämlich dem Angiotensin converting enzym, besser ist die Abkürzung ACE bekannt, wird das Angiotensin I in das Angiotensin II umgewandelt. Und dieses Angiotensin II ist ein Wirkstoff, der ungemein stark die Blutgefäße verengt und damit den Blutdruck steigert.

 

Wie kommt es nun zur vermehrten Bildung von Aldosteron?

Eine zweite Wirkung des Angiotensin II ist hierfür verantwortlich : Unter dem Einfluss des Angiotensins II kommt es zur Freisetzung des Hormons Aldosteron.

 

Wo wird das Aldosteron gebildet?

In der Nebennierenrinde


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Welche Bedeutung hat das Aldosteron im Zusammenhang mit der Blutdruckregulation?

Das Aldosteron ist ein Hormon, das in der Niere wirkt. Es fördert im Tubulus-System der Niere den Rücktransport von Natrium und Wasser aus dem Harn des Tubulus-Systems zurück ins Blut oder ins Interstitium der Niere.

Unter der Wirkung des Aldosterons steigt also der Natriumgehalt wieder an und auch das Blutvolumen

Welches weitere in der Niere wirkende Hormon ist für die  Regulation des Blutdruckes bedeutsam?

Der Abfall des Blutdruckes führt im  Hypothalamus zur Freisetzung eines Hormons, das unter dem Namen ADH oder antidiuretisches Hormon bekannt ist. Ein zweiter Name für das Hormon lautet Vasopressin!

Zwei völlig verschieden Namen für zwei Funktionen:

1 ADH, antidiuretisches Hormon Adiuretin führt im distalen Tubulus und im Sammelrohr zur Rückresorption von Wasser

2. Vasopressin:  Wie das Angiotensin II wirkt auch das Adiuretin (Vasopressin) direkt steigernd auf den Blutdruck.

 

Fragen zur Vertiefung und Wiederholung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) :

Die unten stehenden Fragen können Sie auch im  Selbsttest beantworten. Wenn Sie die Antworten abdecken wollen, klicken Sie auf die Schaltfläche "Antworten verbergen"

 

 

Wo wird das Renin produziert?

Die Renin-Produktion findet in der Niere statt, genau genommen im juxtaglomerulären Apparat. Der juxtaglomeruläre Apparat ist jener Bereich der Niere, in dem das Glomerulum dem distalen Tubulus nahe kommt.

 

Ab wann spricht man nach der WHO-Definition von einer Hypertonie?

Wenn der systolische Blutdruck über 140 mmHg und/oder der diastolische Blutdruck über 90 mmHg beträgt.

 

Was führt zur Freisetzung des Aldosterons?

Das Hormon Aldosteron wird in der Nebennierenrinde freigesetzt, wenn in der Niere Angiotensin II gebildet wird.

 

Ein Patient berichtet Ihnen, er nehme zur Behandlung seiner Hypertonie ACE-Hemmer. Was ist damit gemeint?

Ein ACE-Hemmer ist ein Blockierer dieses Angiotensin I Converting Enzyms. ( ACE )
Es verhindert somit die Entstehung von Angiotensin II in der Niere. Also jener Substanz, die direkt blutdrucksteigernd wirkt und die zur Produktion von Aldosteron anregt.
Darauf beruht ein sehr verbreiteter Ansatz der antihypertensiven Therapie. ACE-Hemmer gehören zu den am häufigsten eingesetzten Antihypertensiva.

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