Morbus Scheuermann in Fragen u Antworten
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Scheuermann Krankheit (Morbus Scheuermann)

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Welche weiteren Bezeichnungen sind für den Morbus Scheuermann noch gebräuchlich?


juvenile Kyphose, Adoleszenskyphose, juvenile Osteochondrose

 

Umgangssprachlich wird die Scheuermann'sche Krankheit auch Lehrlingsrücken genannt. Wie kommt diese Bezeichnung zustande?

In der umgangssprachlichen Bezeichnung "Lehringsrücken" finden sich zwei medizinischen Fakten:
Die Erkrankung kommt in der Pubertät vor. Zum Morbus Scheuermann kommt es gehäuft im Alter zwischen 11-15 Jahren bei Jungen und etwas später bei Mädchen.
Bei ca. 100 Jugendlichen findet man eine Scheuermann'sche Krankheit.

 

Was ist der Morbus Scheuermann?

Der Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule im Jugendalter, die zu einer schmerzhaften Fehlhaltung führen kann.

 

 

Was ist das auffälligste Zeichen einer Scheuermann`schen Krankheit?

  • Der Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule.
    In der Mehrzahl der Fälle kommt es dabei zu einer verstärkten Krümmung in der Brustwirbelsäule.
    Krümmungen der Wirbelsäule
    Die in Abb. blau markierten Abschnitte entsprechen der Brustwirbelsäule
    Die an der Brustwirbelsäule bestehende physiologische Kyphose (Beugung der Wirbelsäule nach vorne), verstärkt sich beim Morbus Scheuermann. Dabei entsteht das für den Morbus Scheuermann charakteristische klinische Symptom eines Rundrückens.
    Im Volksmund spricht man auch vom "Schneiderbuckel".

  • Eine Variante der Scheuermannchen Krankheit betrifft auch die Lendenwirbelsäule. Die im Bereich der Lendenwirbelsäule vorliegende physiologische Lordose, verläuft dann flacher als im Normalfall.

Was ist Ihnen zur Ursache des Morbus Scheuermann bekannt?

Formal betrachtet entsteht die Scheuermann-Krankheit aufgrund eines ungleichmäßigen Längenwachstums der einzelnen Wirbel. Stellen Sie sich einen einzelnen Wirbelkörper einmal bildlich vor. Beim gesunden Jugendlichen ist der hintere (dorsale) Anteil des Wirbelkörpers genauso hoch wie der vordere (ventrale) Anteil.
Beim Morbus Scheuermann wächst der vordere Anteil des Wirbelkörpers weniger als der dorsale Anteil. Hierdurch entsteht eine keilartige Veränderung im einzelnen Wirbelkörper.
Die Folge ist im Bereich der Brustwirbelsäule eine verstärkte Krümmung der Wirbelsäule nach vorne. (Verstärkte Kyphose oder Rundrücken).

Wirbel bei Morbus Scheuermann
Die Abbildung oben soll diesen wichtigen Aspekt noch einmal verdeutlichen:
dargestellt ist ein Wirbel in der seitlichen Ansicht. Der rote Doppelpfeil markiert hierbei den vorderen (ventralen) Anteil des Wirbelkörpers und der blaue Doppelpfeil markiert den hinteren (dorsalen) Anteil des Wirbelkörpers.
In einem gesunden Wirbel sind die gezeichneten Pfeile gleich lang. Beim Morbus Scheuermann wäre der rote Pfeil deutlich kürzer. Es entsteht dabei eine keilförmige Abflachung des Wirbelkörpers nach vorne.

 

Was sind Schmorl'sche Knötchen ?

Schmorl'sche Knötchen sind ein typisches Röntgenzeichen beim Morbus Scheuermann. Hierbei handelt es sich bis zu kirschgroße Aussparungen in den Wirbelkörpern, die Verbindung mit dem Zwischenwirbelraum haben. Es handelt sich bei den Schmorl'sche Knötchen um Höhlen in der Spondiosa der Wirbelkörper, die mit Gewebe aus den Bandscheiben gefüllt sind.  
Schmorl'sches Knötchen im RöntgenbildDie Abb. zeigt ein Schmorl'sches Knötchen in einem Wirbelkörper der Lendenwirbelsäule.
Der von den roten Pfeilen umgebende scheinbare Hohlraum ist mit Gewebe aus der Bandscheibe ausgefüllt.
J. Lengerke   File:Roe-schmorl.jpg  Lizens CC BY-SA 3.0  

Welche Beschwerden bereitet der Morbus Scheuermann ?

Im Frühstadium bereitet der Morbus Scheuermann oft keinerlei Beschwerden. Bei sportlichen jungen Menschen mit kräftig entwickelter Rückenmuskulatur verbleibt in der Regel eine volle Leistungsfähigkeit. In diesen Fällen wird der Morbus Scheuermann oft zufällig im Röntgenbild entdeckt.
Kommt es beim Morbus Scheuermann im späteren Verlauf zu einer Verschmälerung der Bandscheiben so kann dies zu Rückenschmerzen führen. Aber auch eine chronische Überlastung der Rückenmuskulatur oder eine übermäßige Krümmung des Rückens Infolge Beruf oder manchen Sportarten, kann zu Beschwerden führen.

 

 

Wie verhält sich die Scheuermann'sche Erkrankung nach Abschluss des Wachstumsalters?

Die Scheuermann'sche Krankheit heilt mit Abschluss des Wachstumsalters von selbst aus. Wichtig: Die bis dahin entstandenen Veränderungen in der Wirbelsäule bilden sich jedoch nicht zurück.
Auf diese Weise kann eine ausgeprägte Form des Morbus Scheuermann zu Ursache späterer chronische Rückenbeschwerden werden.  

Auf welche Weise wird der Morbus Scheuermann genau diagnostiziert  ?

Der Morbus Scheuermann kann im Röntgenbild nachgewiesen werden.
Typische Veränderungen des Morbus Scheuermann sind Schmorl-Knötchen aber auch eine Keilwirbelbildung als Folge der Wachstumsstörungen im einzelnen Wirbel.
Weitere Röntgenzeichen sind eine unregelmäßig begrenzte Deckblatte der Wirbel und eine Verschmälerung der Bandscheiben.
Auf einer Kernspinntomographie (MRT-Aufnahmen) können bereits sehr frühe Stadien des Morbus Scheuermann nachgewiesen werden.

 

Warum ist die frühe Diagnosestellung des Morbus Scheuermann wichtig? ?

Wie schon oben erwähnt, heilt nach Abschluss des Wachstumsalters die Scheuermann'sche Krankheit aus, nicht aber einmal an der Wirbelsäule eingetretene Veränderungen :

  • Daher sollte mit einem entsprechenden Übungsprogramm, solchen Veränderungen an der Wirbelsäule frühzeitig entgegen gearbeitet werden.

  • Die wichtigste Theapie ist die konsequente Krankengymnastik

  • in besonderen Fällen das lange Tragen eines Korsetts

  • in sehr seltenen Fällen eine operative Behandlung

 

Welchen Rat geben sie einem jungen Menschen Jugendlichen, bei dem eine Scheuermann'sche Krankheit festgestellt wurde. ?

Die wichtigste Therapie ist eine konsequent und längerfristig durchgeführte Krankengymnastik und spezielle Rückenschulung.
Diese kann und sollte ergänzt werden durch regelmäßiges Schwimmen zur Muskelkräftigung um und zur Aufrichtung der Wirbelsäule
Als relativ einfach zu erledigende "Übungsbehandlung" können Jugendliche auf dem Bauch liegend lesen oder ihre Hausaufgaben erledigen.
Ungeeignet sind Sportarten mit vielen Sprüngen und belastenden Stößen auf der Wirbelsäule. Auch Kampfsportarten sind bei einem Morbus Scheuermann nicht empfehlenswert.
Eine regelmäßig durchgeführte Gymnastik und ein konsequent praktizierter "guter" Sport stärkt die Rückenmuskulatur und hilft Schmerzen und Bewegungseinschränkungen infolge des Morbus Scheuermann zu vermeiden.  

An welche anderen Wirbelsäulenerkrankungen sollten sie denken, wenn sie einen jungen Menschen mit Rückenschmerzen untersuchen ?

An den Morbus Bechterew sowie an eine Skoliose.

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