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Arthrose  (Allgemeines)

In mündlichen wie auch schriftlichen Prüfungen – aber besonders auch in unserem beruflichen Alltag – wird jeder in einem Heilberufe Tätige, sehr häufig mit dem Begriff der Arthrose konfrontiert. Daher wird an dieser Stelle dem Krankheitsbild der Arthrose – mit seinen vielen Unterformen – hier recht viel Raum gewidmet.

Wenn Sie die Fragen zur Arthrose im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Was versteht man unter dem Begriff Arthrose ?

In einer einfachen Definition wird Arthrose meist übersetzt als ein Gelenkverschleiß, der das altersübliche Maß übersteigt.
Etwas genauer gesagt, ist eine Arthrose eine degenerative Gelenkserkrankung, bei der es fortschreitend zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels kommt. Durch die Zerstörung des Gelenkknorpels (Arthrose) kommt es zu einem Missverhältnis zwischen der tatsächlich vorhandenen Belastungsfähigkeit eines Gelenkes und der im Alltag notwendigen Belastungsfähigkeit.

 

Welcher Fachterminus wird für den in Deutschland üblichen Begriff des "Verschleißes" verwendet ?

Degenerative Erkrankung.

 

 

Von degenerativen Erkrankungen sind besonders betroffen die Gelenkknorpel, die Menisci und die Sehnen. Was ist all diesen Geweben gemeinsam ?

Bei allen genannten Geweben – Gelenkknorpel, Menisci und Sehnen – handelt es sich um Gewebe, die keine eigenen Blutgefäße haben. Man nennt solche Gewebe bradytrophe Gewebe. .

 

Welche zwei unterschiedlichen Typen der Arthrosen werden unterschieden ?

  • primäre Arthrosen,

  • sekundärer Arthrosen.

 

Was versteht man unter den primären Arthrosen?

Unter primären Arthrosen werden alle arthrotischen Veränderungen zusammengefasst, für die keine tiefergehende Ursache feststellbar ist. Die primären Arthrosen treten gehäuft im höheren Lebensalter auf.

Typisch für die primären Arthrosen ist ein symmetrischer Befall sowie oft auch der Befall mehrerer Gelenkregionen. (So sind beispielsweise bei einem einzigen Patienten beide Knie arthrotische verändert und arthrotische Veränderungen finden sich auch an beiden Sattelgelenken und der Halswirbelsäule). .

 

Was versteht man unter einer sekundären Arthrose ?

Eine sekundärer Arthrose ist Folge einer weiter erkennbaren Krankheit. Das typische Beispiel für eine sekundärer Arthrose ist die Arthrose des Kniegelenks beim O-Bein oder beim X-Bein.
Bei diesen angeborenen Gelenkveränderungen kommt es zu einer asymmetrischen Belastung des inneren bzw. äußeren Kniegelenksspalts. Dies führt sekundär an der wesentlich mehrbelasteten Stelle zur sekundären Arthrose.
Aber auch andere Gelenkschäden – wie zum Beispiel frakturbedingte Fehlstellungen der Knochen in einem Gelenk, entzündliche Veränderungen im Gelenk oder ein Angeboren nicht richtig ausgebildetes Gelenk – führen zu sekundären Arthrosen.

 

Nennen Sie im Bereich der Hüfte eine angeborene Erkrankung, die (unbehandelt) in der 2. Lebenshälfte häufig zur sekundären Arthrose des Hüftgelenkes führt?

Es handelt sich hier um die Hüftdysplasie des Neugeborenen. (Die Hüftdysplasie ist eine Sammelbezeichnung für angeborene oder erworbene Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherung (Ossifikation) des Hüftgelenks beim Neugeborenen)

 

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Nennen Sie eine bakterielle entzündliche Krankheit, die zur sekundären Arthrose eines Gelenks führen kann?

Ein Beispiel für eine bakterielle entzündliche Erkrankung ist die Osteomyelitis (Knochenentzündung) gelenknaher Knochenabschnitte, die sekundär auch zu Schäden an den Knorpeln des Gelenks führen.

 

Nennen Sie eine Erkrankung des Blutes, bei der es sekundär zu Arthrosen kommen kann.

Bei der Hämophilie A oder der Hämophilie B kommt es häufig zu Einblutungen in einzelne Gelenke. Auch dies führt sekundär zu Knorpelschädigungen und zur sekundären Arthrose.

 

Welche typischen Symptome erwarten Sie bei einer Arthrose?

Keineswegs muss eine Arthrose stets mit Schmerzen verbunden sein. Wenn Schmerzen, vorhanden sind korrelieren die Gelenkschmerzen keineswegs zwangsläufig mit dem im Röntgenbild nachweisbaren Schweregrad der Arthrose.  :

  • Für eine Arthrose sind Anlauf- und belastungsabhängige Schmerzen typisch. (So ist beispielsweise bei einer Kniearthrose oder Hüftarthrose häufig zu beobachten, dass Betroffene nach einer schmerzfreien Ruhephase, die aller ersten Bewegungen und die ersten Schritte nur unter Schmerzen machen können. Hingegen lässt der Schmerz im kranken Gelenk deutlich nach, wenn einmal die ersten Schritte gemacht wurden.

  •  Als weitere typische Symptome einer Arthrose gelten ein Gelenkerguss (aktivierte Arthrose) sowie eine zunehmende Verformung (Deformierung) des betroffenen Gelenks.

  • In arthrotische veränderten Gelenken kommt es häufig bei Wetterwechsel zu einer Schmerzverstärkung. Weiterhin kann man bei fortgeschrittenen arthrotischen Gelenkveränderungen auch häufig knirschende Geräusche bei Bewegung des Gelenkes feststellen.

  • Im fortgeschrittenen Fall einer Arthrose kommt es zu Dauerschmerzen, die auch in Ruhe und während der Nacht vorhanden sind.

 

Was versteht man unter einer aktivierten Arthrose?

Von einer aktivierten Arthrose spricht man, wenn es nach einer Überanstrengung oder auch nach einem banalen Trauma zu einer erheblichen Schmerzverstärkung in einem arthrotische veränderten Gelenk gekommen ist.
Im Extremfall kann ein im Röntgenbild eindeutig arthrotisch verändertes Gelenk völlig schmerzfrei sein und nach einer Aktivierung plötzlich anschwellen und sehr starke Schmerzen.
Die Anschwellung des Gelenks kommt durch eine entzündliche Reizung der Gelenkinnenhaut (Synovialis) zu Stande. Die entzündlich veränderte Synovialis produziert verstärkt synoviale Flüssigkeit und hierdurch schwillt das Gelenk an. (Gelenkerguss bei Arthrose).

 

Welche prinzipiellen Veränderungen treten im Röntgenbild bei einer Arthrose auf?

Bei einem arthrotische veränderten Gelenk verschmälert sich im Röntgenbild der Gelenksspalt. Ein im Röntgenbild als scheinbar leer erscheinender Spalt – die Gelenkspalte – entspricht bei einem gesunden Gelenk dem Knorpelbelag.
Verringert sich bei einer Arthrose der Knorpelbelag, so erscheint der Gelenkspalt im Röntgenbild verschmälert und im Extremfall einer Arthrose ist der Gelenkspalt kaum noch sichtbar.

 

 

Ist bei einer Arthrose der Nachweis einer erhöhten BSG oder eine erhöhte CRP wahrscheinlich?

Die Abkürzung BSG bedeutet Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit und die Abkürzung CRP bedeutet C-reaktives Protein.
Sowohl die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit als auch das C-reaktive Protein sind unspezifische Entzündungszeichen im Blut. Bei Arthrosen sind diese Werte in der Regel nicht erhöht.
Eine starke Erhöhung von BSG und CRP – bei gleichzeitig geschwollenen Gelenke – deuten auf eine bakterielle Infektion des Gelenkes oder auch auf eine rheumatoide Arthritis.

 

Ist eine Ruhigstellung eines arthrotisch veränderten Gelenkes richtig?

Nein! Eine Ruhigstellung eines arthrotisch veränderten Gelenkes ist nur während eines hochakuten Schubes (Aktivierung der Arthrose) kurzfristig sinnvoll. Wird ein von einer Arthrose betroffenes Gelenk zu lange ruhig gestellt, so droht die Versteifung dieses Gelenks.

 

Sie beraten eine Patientin mit einer linksseitigen Kniearthrose, die sich überlegt einen Gehstock zu benutzen. Was müssen sie der Patientin unbedingt raten?

Prinzipiell kann die Benutzung eines Gehstock an der unteren Extremität ein von der Arthrose betroffenes Gelenk entlasten. Die Benutzung eines Gehstock es jedoch nur sinnvoll, wenn dieser auch korrekt verwendet wird. D.h. der Gehstock muss gleichzeitig mit dem erkrankten Bein aufgesetzt werden.
Bei einer linksseitigen Kniearthrose wird der Gehstock somit mit der rechten Hand gehalten.
Merke: ein Gehstock wird stets mit der weniger oder nicht betroffenen Seite gehalten. Wichtig ist ferner, dass der Gehstock optimal an die Größe des Patienten angepasst ist. Ist der Gehstock zu kurz oder zu lang kommt es zu Fehlbelastungen der Schulter und des Rückens.


nochmals das wichtigste zur Arthrose zur Wiederholung:

Arthose im Vergleich zum gesunden Gelenk

Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

Autor: CFCF

Die obige Abb. links zeigt ein Hüftgelenk mit normalem Knorpelbelag. (in der Grafik blau). Bei einer Arthrose ist der Knorpelbelag insgesamt verschmälert. An manchen Stellen kann bei einer fortgeschrittenen Arthrose auch der Knochen frei liegen. D. h der Knorpel fehlt an diesen Stellen völlig.

Im Röntgenbild wird der Abstand zwischen zwei Knochen als Gelenkspalt bezeichnet. Der Gelenkspalt hängt von der Dicke des Knorpels ab. Bei einer Arthrose findet man daher im Röntgenbild einen verschmälerten Gelenksspalt.

 

 

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