Polymyositis u. Dermatomyositis für Heilberufe
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Polymyositis: Prüfungsfragen für Heilberufe

Wenn Sie die Fragen zur  Polymyositis im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Was bedeutet der Begriff Polymyositis dem Wortsinn nach?

Der Begriff Polymyositis bedeutet wörtlich eine Entzündung vieler Muskeln.

 

Zu welcher großen Krankheitssgruppe wird die Polymyositis gerechnet?

Die Polymyositis wird zu den Kollagenosen gerechnet.

 

Wissen Sie noch, was man unter einer Kollagenose versteht?

Bei den Kollagenosen handelt es sich um ganz unterschiedliche Erkrankungen, bei denen eine Auto-Immunreaktion gegen körpereigene Bindegewebe und Blutgefäße vorliegt.

 

Nennen Sie zur Wiederholung noch einmal einige typische Kollagenosen!

  • Systemischer Lupus erythematotes.
    Sjögren-Syndrom.
    Systemische Sklerodermie.
    CREST-Syndrom.
    Sharp-Syndrom

  • und - wie gerade gelernt - auch die Polymyositis bzw. Dermatomyositis.

Was ist der Unterschied zwischen Polymyositis und Dermatomyositis?

Im Rahmen der Polymyositis kann es auch zu entzündlichen Hautveränderungen kommen.
Ist die Haut bei einer Polymyositis befallen, so wird die Krankheit Dermatomyositis genannt.

 

 

Wie kann die Polymyositis definiert werden?  

Die Polymyositis ist eine entzündliche Systemerkrankung, die besonders - aber keineswegs nur - die Skelettmuskulatur betrifft.

 

Welcher Muskelgruppen sind besonders zu Beginn der Erkrankung betroffen?

Bei einer Polymyositis werden besonders die körpernahe (proximale) Muskulatur von der Erkrankung betroffen.
Dies sind beispielsweise die Muskulatur des Beckens und der Oberschenkel aber auch der Schultern und der Oberarme.
(Dies wurde übrigens in der schriftlichen Heilpraktikerprüfung im März 2016 gefragt).

Bitte merken Sie sich:
bei einer Polymyositis sind die stammnahen Muskelgruppen schwerpunktmäßig von der entzündlichen Muskelerkrankung betroffen!

 

Welche Hautveränderungen sind für die Dermatomyositis typisch?

Bei einer Dermatomyositis haben ca. 1/3 der Patienten um die Augen (periorbital) Ödeme und die Haut über den Armen und den Beinen zeigt eine lilafarbene Verfärbung.

 

Was versteht man im Zusammenhang mit der Dermatomyositis unter dem Gottron-Zeichen?

Als Gottron-Zeichen wird ein Erythem (rötliche Hautverfärbung) über den Fingergrundgelenken bezeichnet.

 

Welche inneren Organe sind bei einer Polymyositis (Dermatomyositis) besonders häufig befallen?

  • Herz

  • Lunge

  • Bei Befall der Lunge kann es zu entzündlichen Veränderungen an den Lungenbläschen kommen. (Alveolitis). 

  • Bei Befall des Herzens kommt es häufiger zu einer Myokarditis. (Entzündung des Herzmuskels).

  • Bei dem selteneren Befall der Speiseröhre kommt es zu Schluckbeschwerden

 

Was wissen Sie zur Ursache der Polymyositis?

Die  Ursache der Polymyositis (Dermatomyositis) ist unbekannt.
Als Auslöser werden virale Infekte diskutiert. Dabei wird angenommen, dass sich das Immunsystem bei der Abwehr des viralen Infektes, fälschlicherweise auch gegen körpereigene Gewebe in der Muskulatur und in anderen Bindegeweben richtet.

 

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Wie hoch schätzen Sie die Prävalenz der Polymyositis (Dermatomyositis).

Die Prävalenz (die Häufigkeit der Erkrankung) liegt bei ca. 5 Einwohnern auf 100.000 Einwohnern.

Merke: Die Inzidenz ist die Zahl der Neuerkrankungen; die Prävalenz die Häufigkeit der Erkrankung!

 

Was erwarten Sie bei einer Polymyositis im Hinblick auf die Erkrankungshäufigkeit bei Frauen und bei Männern?

Frauen sind häufiger von der Erkrankung betroffen als Männer.
Merken Sie sich bitte:
Bei den meisten Kollagenosen sind Frauen häufiger als Männer betroffen!

 

In welchem Alter erwarten Sie besonders häufig eine Neuerkrankung an  Polymyositis?

Die Polymyositis hat zwei Erkrankungsgipfel:
der 1. Erkrankungsgipfel liegt im Alter von 10-20 Jahren und der 2. Erkrankungsgipfel liegt zwischen 40 und 50 Jahre.

 

Welche Symptome sollten Sie an das Vorliegen einer Polymyositis denken lassen?

Besonders bei Erwachsenen kommt es zu einem Muskelkater und zur Muskelschwäche der stammnahen Muskulatur (Becken, Oberschenkel, Schulter, Oberarm).
Im Rahmen der Polymyositis kann es jedoch auch zu Gelenkbeschwerden und eventuell auch zu einem Raynaud-Phänomen kommen.
Typisch wären beim Hautbefall: Schwellungen um die Augen und lilafarbene Hautverfärbungen an Armen und Beinen.
Eventuell auch ein Erythem über den Grundgelenken der Finger. (Gottron-Zeichen)

 

Was versteht man unter einem Raynaud-Phänomen?

Unter einem Raynaud-Phänomen wird eine anfallsartige Durchblutungsminderung an den Händen oder an den Zehen verstanden.
(Beim Raynaud-Phänomen verfärben sich die betroffenen Finger und Zehen gelb.
Man spricht auch von so genannten Leichenfingern).

Im Labor findet man bei einer Polymyositis (Dermatomyositis) neben einer Erhöhung der Entzündungszeichen (BSG, C-reaktives Protein) oft auch eine Erhöhung des CK-Wertes.

 

Was bedeutet die Erhöhung des CK-Wertes und wie kommt die Erhöhung des CK-Wertes bei einer Polymyositis zu Stande?

Der CK- Wert ist die Abkürzung für Creatin-Phosphokinase oder Kreatinkinase.
Bei der Kreatinkinase handelt es sich um ein wichtiges Enzym für den Muskelstoffwechsels und des Herzstoffwechsels.
Eine Erhöhung des CK-Wertes deutet auf eine Herz- oder Skelettmuskelerkrankung hin, bei der Muskelzellen geschädigt wurden.
Die Skelettmuskelfasern - und eventuell auch die Muskelfasern des Herzens - werden im Rahmen der Polymyositis entzündlich geschädigt.

 

Mit welchem Medikament wird die Polymyositis häufig behandelt?

Zur medikamentösen Behandlung der Polymyositis werden meist Corticosteroide verwendet.

 

Ein von einer Polymyositis betroffener Patient äußert Ihnen gegenüber den Wunsch, die Cortisonbehandlung abzubrechen.
Welchen Rat erteilen Sie diesen Patienten?

Im Zusammenhang mit einer Cortisonbehandlung in höherer Dosierung, darf das Kortisonpräparat niemals (!) abrupt abgesetzt werden, da es sonst zu einer gravierenden Unterfunktion der Nebenniere kommt.
Cortison darf grundsätzlich nur ausschleichend abgesetzt werden!

Im Zusammenhang mit der Polymyositis ist ein Absetzen der Kortisonmedikation auch aus anderen Gründen keine gute Idee.

Bei günstigem Verlauf kann - nach Jahren - die Kortisonmedikation ausschleichend abgesetzt werden und die Krankheit tritt nicht wieder auf.
Beim Absetzen der Cortisonbehandlung in aktivem Stadium der Polymyositis können sich eventuell vorhandene Entzündungen im Herzmuskel oder in der Lunge wesentlich verschlimmern und zu Tode führen.

Die Polymyositis kann unter anderem auch im Rahmen eines paraneoplastische Syndroms auftreten.

 

Was ist ein paraneoplastisches Syndrom?

Unter einem paraneoplastischen Syndrom, versteht man Begleitsymptome einer malignen Tumorerkrankung, die nicht direkt durch den Tumor entstehen.
Der Begriff paraneoplastisches Syndrom, fasst alle Symptome zusammen, die weder durch den Raumbedarf des Tumors, noch durch die Zerstörung des Gewebe infolge des Einwachsen von Tumorzellen entstehen.

Merken Sie sich bitte:
bei einer neu entdeckten Polymyositis (Dermatomyositis) muss an die Möglichkeit eines paraneoplastische Syndroms gedacht werden.
D.h. bei dem betroffenen Patienten sollte früh eine intensive Suche nach einem malignen Primärtumor erfolgen.  

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