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Das Mammakarzinom: Prüfungsfragen für Heilberufe

Das Karzinom der Brust ist sehr häufig Gegenstand von mündlichen aber auch schriftlichen Prüfungen.

Wenn Sie die Fragen zum Mammakarzinom im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

Das Mammakarzinom ist eine maligne Erkrankung der Brustdrüse und ist der häufigste maligne Tumor der Frau. Mit welcher Inzidenz kommt das Mammakarzinom bei Frauen vor?

Die Inzidenz des Mammakarzinoms beträgt 150 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen pro Jahr.

 

Kommt das Mammakarzinom nur bei Frauen vor?

Nein! Etwa ein Prozent aller malignen Mammatumore beobachtet man beim Mann. 

 

Welche Risikofaktoren sollten Sie für die Entstehung des Mammakarzinoms kennen?

Erbliche Disposition: Genmutationen in den Tumorsuppressorgenen BRCA1 und BRCA2 begünstigen die Entstehung des Mammakarzinoms.
Brustkrebs bei Verwandten 1. Grades vor dem 40. Lebensjahr  
Das Alter (das Alter ist ein ganz entscheidender Risikofaktor für das Mammakarzinom. Ab dem 30. Lebensjahr steigt das Risiko der Entstehung eines Mammakarzinoms stetig an.  
Frühe Menarche (1. Regelblutung) und späte Menopause  
Kinderlosigkeit  
nicht stillende Mütter  
vorheriges Mammakarzinom auf der Gegenseite

 

 

 

An welcher Stelle der Brust ist das Mammakarzinom am häufigsten lokalisiert?

  • Etwa die Hälfte aller Mammakarzinome entstehen im äußeren oberen Quadranten der Brust.  

  • Die linke Brust erkrankt etwas häufiger als die rechte Brust am Mammakarzinom.

 

eingezogene MamilleCC BY-SA 3.0    Hic et nunc 

Die obige Abbildung zeigt einen äußerst verdächtigen Befund für ein Mamma-Karzinom.

Wie nennt man das dargestellte Symptom?

Dieses Symptom wird als eingezogene Brustwarze oder eingezogene Mamille bezeichnet.

 

Nennen Sie weitere Symptome und Befunde, die bei Untersuchung (Selbstuntersuchung) den Verdacht auf ein Mamma-Karzinom begründen.

Vorwölbungen oder Einziehungen der Haut in der Nähe des Tumors,
tastbarer (neu aufgetretene) Tumor in der Brust,
Ausfluss aus der Brustwarze,
verminderte Bewegung der Brust beim Heben der Arme,
bleibende Hautrötung,
Apfelsinenhaut (verdickte Haut mit eingezogenen Stellen)
Knoten in der Achselhöhle

 

In der Abbildung unten sehen Sie einen besonderen Typ des Mammakarzinoms, der durch eine ekzemartige Hautveränderung im Bereich der Mamille auffällt. Um welchen Typ des Mammakarzinoms handelt es sich dabei?

 Morbus Paget der BrustGemeinfrei  Lily Chu

Der gezeigte Tumor entspricht einer Sonderform des duktalen Mammakarzinoms.
Es handelt sich um einen Morbus Paget der Brust.

 

Sie lesen in einem Lehrbuch, dass fast alle Mammakarzinome histologisch Adenokarzinome sind. Erklären Sie den Begriff Adenokarzinom!

Adenokarzinome der Mamma sind maligne Tumore, die vom Epithelgewebe der Milchgänge ausgehen. G
enerell sind Adenokarzinome, maligne Tumore, die von den Epithelien der Drüsengewebe ausgehen. (Adenokarzinome findet man nicht nur in der Mamma, sondern unter anderem auch in der Lunge sowie im Verdauungstrakt)
Anders formuliert:
das Mammakarzinom kann von den Zellen der Drüsenläppchen ausgehen (lobuläres Karzinom) oder von den Zellen, die die Milchgänge bilden (duktales Karzinom). Das duktale Karzinom ist der häufigste Typ. 


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Sie lesen in einem histologischen Untersuchungsbefund, dass ein invasives Mammakarzinom vorliegt. Was bedeutet der Begriff invasives Mammakarzinom?

Mammakarzinome können in der günstigeren Variante in ihrem Wachstum noch auf ihren Entstehungsort begrenzt sein. Dann spricht man von einer nicht invasiven Form oder einem duktalen Carcinoma in situ.
Bei der ungünstigeren Variante ist der maligne Tumor bereits in das umliegende Gewebe eingebrochen. Diese Form bezeichnet man als invasives Mammakarzinom.

 

Welche Untersuchungsmethoden kommen meist zur Anwendung, wenn bei Betrachtung oder bei Tastuntersuchung der Brust ein verdächtiger Befund festgestellt wurde?

  • Die Sonografie und die Mammografie. In Einzelfällen auch die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie die Galaktographie (Galaktographie = Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel der Milchgänge)

  • In Einzelfällen auch die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie die Galaktographie (Galaktographie = Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel der Milchgänge)

 

Wie jeder maligne Tumor kann auch das Mammakarzinom metastasieren.

Welche zwei Metastasierungsweisen kann man bei Mammakarzinom beobachten?  

Mammakarzinome metastasieren sowohl lymphogen (über die Lymphbahnen) als auch hämatogen.

 

Erläutern Sie den Begriff hämatogene Metastasierung! 

Bei der hämatogenen Metastasierung werden die malignen Tumorzellen über den Blutweg verschleppt und können sich im Prinzip an jeder anderen Körperstellen (in jedem anderen Organ) absiedeln.

 

Wovon hängt prinzipiell die Wahrscheinlichkeit der Metastasierung ab?

Die Wahrscheinlichkeit der Metastasierung steigt mit der Zunahme des Tumorvolumens. (Daher die Bedeutung der Früherkennung!)

Bei einer lymphogenen Metastasierung beobachtet man bei Mammakarzinom an welcher Stelle die meisten Metastasen?

Mammakarzinome metastasieren lymphogen bevorzugt in die axillären Lymphknoten.
Für die fortgeschrittenen Leser:
bevorzugt in die axillären Lymphknoten metastasieren die im äußeren oberen Quadranten gelegenen Mammakarzinome sowie die Mammakarzinome rund um die Mamille. (Dies entspricht der ganz überwiegenden Lokalisation aller Mammatumore).
Mammakarzinome aus den inneren Quadranten der Brust metastasieren in Lymphknoten entlang der Arteria thoracica interna.

 

Bei einer Patientin mit nachgewiesenem Mammakarzinom soll operativ der Sentinel-Lymphknoten entfernt werden. Erklären Sie den Begriff des Sentinel-Lymphknotens!

Der Begriff Sentinel-Lymphknoten kann man mit Wächterlymphknoten übersetzen.  
Dabei ist ein Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) derjenige Lymphknoten, der im Abflussgebiet der Lymphflüssigkeit eines malignen Tumors zuerst passiert werden muss.
Sind die Sentinel-Lymphknoten (Wächterlymphknoten) tumorfrei, so ist es wahrscheinlich, dass keine weiteren Lymphknotenmetastasen vorliegen. Umgekehrt ist beim Befall des Wächterlymphknotens mit malignen Tumorzellen, vom Vorliegen weiterer Lymphknotenmetastasen auszugehen.

 

 

Bei einer Patientin, bei der bereits ein invasives Mammakarzinom und Befall eines Sentinel-Lymphknotens nachgewiesen wurde, soll eine Skelettszintigrafie durchgeführt werden. Können Sie diese Untersuchung begründen?

Das Mammakarzinom gehört zu jenen malignen Tumoren, die besonders häufig in Knochen metastasieren.
Bei der Skelettszintigrafie (auch Knochenszintigraphie genannt) werden mithilfe einer radioaktiven Substanz, Zonen im Knochen nachgewiesen, die einen erhöhten Stoffwechsel aufweisen.
Im Falle einer Metastase im Knochen, kann man anhand der Skelettszintigrafie, die Metastasen aufgrund ihres erhöhten Stoffwechsels erkennen.

 

Nennen Sie zur Vertiefung nochmals jene malignen Tumoren, die gehäuft in die Knochen metastasieren!

Mammakarzinom    
Prostatakarzinom   
Bronchialkarzinom 
Nierenzellkarzinom
Schilddrüsenkrebs 
Pankreastumor       
Kolorektales Karzinom        

bei den ersten 4 genannten malignen Tumoren beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Verlauf in die Knochen metastasieren, ca. 50 % und mehr!

 

Bei einer Patientin mit gesichertem Mammakarzinom wird vom Pathologen unter anderem der Hormonrezeptorstatus bestimmt.

Was bedeutet im Zusammenhang mit dem Mammakarzinom der Begriff Hormonrezeptorstatus?

Die beiden wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone – das Östrogen und das Progesteron – können das Wachstum bestimmter Mammakarzinome beschleunigen.
Diese hormonempfindlichen Mammakarzinome verfügen über Rezeptoren, an die sich das Östrogen und Progesteron andocken können.
Bei Bestimmung des Hormonrezeptorstatus untersucht der Pathologe, ob im Gewebe des entfernten Mammakarzinoms solche Rezeptoren vorliegen. So kann er Östrogenrezeptoren und/oder auch Progesteronrezeptoren nachweisen.
Sind solche Rezeptoren im entfernten Gewebe des Mammakarzinoms vorhanden, so ist dieser Tumor hormonabhängig und kann in seinem Wachstum durch Entzug der jeweiligen Hormone günstig beeinflusst werden.

 

Neben den Hormonrezeptoren für Östrogen und Progesteron bestimmt der Pathologe jedoch auch noch ob HER2-Rezeptoren im entfernten Tumorgewebe vorliegen. Erklären Sie die Bedeutung der HER2-Rezeptoren!

Auch die HER2 Rezeptoren sind Bindungsstellen.
Allerdings nicht für Hormone wie die Hormonrezeptoren, sondern die HER2 Rezeptoren sind Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren. Wachstumsfaktoren des Körpers, die sich an die HR 2 Rezeptoren binden, beschleunigen die Teilung der malignen Zellen.
Es gibt gezielte Therapien, die die HER2-Rezeptoren blockieren und damit die Teilung der Krebszellen hemmen.

 

Wann kann prinzipiell bei einem Mammakarzinom eine brusterhaltende Therapie durchgeführt werden?

Eine brusterhaltende Therapie ist prinzipiell möglich, wenn das Mammakarzinom nicht mit der Haut oder mit der Brustmuskulatur verwachsen ist.
Voraussetzung für eine brusterhaltende Operation ist auch, dass das Mammakarzinom nicht an mehreren Stellen der Brust vorkommt.

 

Was versteht man im Zusammenhang mit der operativen Behandlung eines Mammakarzinoms unter dem Begriff Axilladissektion?

Unter Axilladissektion versteht man im Zusammenhang mit dem Mammakarzinom die operative Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle.
Dabei wird das gesamte Fettgewebe sowie auch das lymphatische Gewebe unter Bewahrung der Nerven und Blutgefäße aus der Achselhöhle entfernt.

 

Erklären Sie den Begriff der radikalen Mastektomie?

Bei der Mastektomie wird die Brustdrüse entfernt.
Der Begriff radikale Mastektomie bedeutet, dass zusätzlich auch weitere Gewebe – wie zum Beispiel die eventuell vom Tumor befallene Pectoralis- Muskulatur – entfernt werden muss.

 

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