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Schildrüsenunterfunktion: Prüfungsfragen für Fortgeschrittene

Nach dem Diabetes mellitus ist die Hypothyreose die zweithäufigste hormonelle Erkrankung. Dies erklärt, warum die Unterfunktion der Schilddrüse häufig Gegenstand von MC-Fragen oder von mündlichen Prüfungen ist. .

Wenn Sie die Fragen zur Hypothyreose im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

 Ist die Ursache für die Unterfunktion der Schilddrüse in der Schilddrüse lokalisiert, so spricht man von primärer Hypothyreose. Können Sie erschließen, was unter den Begriffen sekundäre Hypothyreose und tertiäre Hypothyreose verstanden wird?

Liegt die Ursache der Hypothyreose in der Hypophyse, so wird dieses Krankheitsbild als sekundäre Hypothyreose bezeichnet.
Die Ursache der Hypothyreose kann auch im Hypothalamus liegen. Dann spricht man von tertiärer Hypothyreose.

 

Welche Hormone findet man bei einer Blutuntersuchung bei einer Hypothyreose vermindert?  

Die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).

 

Neben den Hormonen Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) wird noch welches andere Hormon in der Schilddrüse gebildet?

Das Calcitonin. (Das Calcitonin wird in den C-Zellen der Schilddrüse produziert).

 

 

Wird die Produktion des Calcitonins in der Schilddrüse auch durch das TSH stimuliert?   

  • Nein! Das TSH stimuliert die Produktion von T3 und T4.

  • Calcitonin senkt den Calziumspiegel im Blut. Die Bildung von Calcitonin in den C Zellen der Schilddrüse wird angeregt durch eine hohe Konzentration von Calcium im Blut.
    (Das Calcitonin ist der Gegenspieler des Parathormons).  

 

Die Unterfunktion der Schilddrüse heißt Hypothyreose. Wie wird die gegenteilige Erkrankung der Schilddrüse, die Überfunktion der Schilddrüse bezeichnet?  

Die Überfunktion der Schilddrüse nennt man Hyperthyreose.

 

Welches Element benötigt die Schilddrüse zum Aufbau von Thyroxin und Trijodthyronin?  

Die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) können nur dann in der Schilddrüse produziert werden, wenn über die Nahrung eine ausreichende Menge an Jod aufgenommen wird!

 

Welche beiden Formen der Hypothyreose werden nach der Entstehung (Ätiologie) der Hypothyreose unterschieden?  

  Es wird unterschieden zwischen einer angeborenen Hypothyreose und einer erworbenen Hypothyreose.  

Für die erworbene Hypothyreose rechnet man mit einer Inzidenz (Zahl der Neuerkrankungen) von bis zu einem Prozent der Bevölkerung.

 

Was ist die häufigste Ursache der erworbenen Hypothyreose?

Die häufigste Ursache der erworbenen Hypothyreose ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Hierbei führen Antikörper des Immunsystems, die sich gegen körpereigene Gewebe richten (sogenannte Autoantikörper) dazu, dass in der Schilddrüse eine chronische Entzündung entsteht.
Sekundär kommt es dabei zu Schädigungen des Schilddrüsengewebes mit nachfolgend verminderter Hormonproduktion von T3 und T4.
Die die bekannteste und häufigste Thyreoiditis, die durch Autoantikörper verursacht wird, ist die Hashimoto-Thyreoiditis.


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Eine Hypothyreose kann auch durch ärztliche Therapiemaßnahmen entstehen!

 

Versuchen Sie zu erschließen, welche zwei ärztlichen Therapien zu einer Hypothyreose führen können!

Die Schilddrüsenoperation:
hierbei wird je nach vorliegender Krankheit eine unterschiedliche Menge an Schilddrüsengewebe entfernt und es resultiert eine Unterfunktion, die zwingend durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen behandelt werden muss.

Die Radiojodtherapie:
diese zum Beispiel beim Morbus Basedow eingesetzte Therapie führt durch radioaktive Bestrahlung im Schilddrüsengewebe zu einer Zerstörung eines Teils der T3 und T4 produzierenden Zellen.

 

Kann auch ein Jodmangel zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen?

Ja! Ein extremer Jodmangel in der Nahrung führt besonders im Kindesalter zur erworbenen Hypothyreose.
Weltweit betrachtet ist dies der häufigste Grund für eine erworbene Hypothyreose im Kindesalter!
Im Erwachsenenalter reagiert die Schilddrüse auf einen leichten Jodmangel mit einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma). Die vergrößerte Schilddrüse vermag mehr Jod aus dem Blut in das Organ Schilddrüse aufzunehmen.

Eines der vielen Symptome einer Hypothyreose ist die Bradykardie!

 

Erläutern Sie zunächst noch einmal den Begriff Bradykardie und erläutern Sie dann, wie es zur Bradykardie bei der Hypothyreose kommt?

Unter einer Bradykardie versteht man generell die Absenkung der Herzfrequenz unter das altersübliche Maß. Beim Erwachsenen spricht man von einer Bradykardie, wenn die Herzfrequenz geringer als 60 Schläge pro Minute beträgt!

Um die Vielzahl der Symptome bei einer Hypothyreose (oder auch bei einer Hyperthyreose) ableiten zu können, darf man sich die Funktion der Hormone T3 und T4 als Stoffwechselpeitsche vorstellen!
 
Bezogen auf das Herz bedeutet das: ein erhöhtes T3 und T4 führt zur Tachykardie (Erhöhung der Herzfrequenz) und ein niedriges T3 und T4 (Hypothyreose) führt zur Bradykardie (Verlangsamung der Herzfrequenz). 

Patienten mit einer Hypothyreose leiden häufig an einer gesteigerten Kälteempfindlichkeit. (Kälteintoleranz).

Versuchen Sie dieses Symptom der Kälteintoleranz bei der Hypothyreose abzuleiten!

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 (Peitsche des Stoffwechsels) beeinflussen wesentlich die Wärmeproduktion im Organismus durch Anregung einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen. (z.B. Tätigkeit der Muskulatur).
Bei erniedrigten T3 und T4- Werten ist die Wärmeproduktion im Organismus vermindert. Bei äußerer Kälte reagieren Patienten, die an einer Hypothyreose leiten, daher besonders empfindlich auf die Kälte. (Kälteintoleranz).

 

Patienten mit einer Hypothyreose zeigen häufig eine trockene und raue Haut.

 

Leiten Sie dieses Symptom der Hypothyreose – trockene und raue Haut – aus der grundsätzlichen Funktionalität von T3 und T4 ab!

Auch hier gilt die gleiche Überlegung. Eine normale Haut erneuert sich sehr ständig und wird ständig von den in der Haut gelegenen Hautdrüsen gefettet.
Dies ist ein recht stoffwechselintensiver Prozess, der bei Mangel an T3 und T4 verlangsamt ist.

Auch die Haarwurzeln können die Haare nur halten, wenn intensive Stoffwechselprozesse ablaufen. Da dies bei T3 und T4 Mangel nicht der Fall ist, leiden viele Patienten mit einer Hypothyreose auch an einem Haarausfall.

 

Versuchen Sie zu erklären, welches Symptom bei einer Hypothyreose im Hinblick auf die Darmfunktion zu erwarten ist!

Bei der Hypothyreose kommt es zur Obstipation (unzureichender Stuhlfrequenz).
Auch die Peristaltik des Darms ist ein stoffwechselaktiver Prozess, der bei einem Mangel an T3 und T4 vermindert ist.

 

Bei einer Hypothyreose kommt es zur Appetitlosigkeit und – trotz verminderter Nahrungszufuhr – auch zu einer Zunahme des Körpergewichts. Erklären Sie dies!

Die herabgesetzte Stoffwechselleistung führt zu einer Müdigkeit und einem verringerten Appetit mit verringerter Nahrungszufuhr.
Da aufgrund der Verminderung des Stoffwechsels weniger Kalorien verstoffwechselt werden, steigt das Körpergewicht.

Bei einer Hypothyreose kann auch ein Myxödem entstehen.

 

Erklären Sie den Begriff des Myxödem im Unterschied zu dem Begriff Ödem!

Von einem Ödem spricht man, wenn es im Organismus zu einer vermehrten Einlagerung von Wasser kommt.
Beim Myxödem ist die Haut, Unterhaut und Fettgewebe ist aufgrund einer Vermehrung des Bindegewebes typischerweise teigig geschwollen, kühl, trocken und rau.
In die Haut und Unterhaut werden bei Myxödem Mukopolysaccharide eingelagert werden. (Die wohl bekannteste Substanz aus der Klasse der Mukopolysacchariden ist die Hyaluronsäure).
Im Gegensatz zu anderen ödematösen Veränderungen der Haut, bleiben beim Myxödem nach Druck keine Dellen zurück, wie es bei Ödemen, die durch eine rein vermehrte Wassereinlagerung ins Gewebe entstehen, typisch ist.

Ein Myxödem kann sich sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) als auch im Rahmen eines Morbus Basedow ausbilden!

 

Warum sollte man bei einem Patienten mit Verdacht auf Hyperthyreose oder Hypothyreose stets die Unterschenkel untersuchen?

Wie oben gelernt, kann sich ein Myxödem sowohl bei der Überfunktion als auch bei der Unterfunktion der Schilddrüse entwickeln. Das Myxödem ist sehr häufig (aber nicht nur) an den Unterschenkel gut sichtbar.

Myödem am Unterschenkel
CC BY 2.0     Autoren: Herbert L. Fred, MD and Hendrik A. van Dijk

Die Abbildung zeigt ein am Unterschenkel gelegenes, prätibiales Myxödem, wie es sowohl bei Hypothyreose als auch bei Hyperthyreose vorkommen kann.  

Merke: das Myxödem hinterlässt bei Daumendruck keine Dellen!

Die Symptome einer Hypothyreose können besonders bei älteren Menschen leicht mit einer Depression oder altersbedingten Veränderungen verwechselt werden. Für die Suche nach einer klinisch unterschwelligen Hypothyreose hat sich besonders die Bestimmung des TSH als Suchmethode (Screeningsmethode) im Blut bewährt!  

 

Welche Veränderung des TSH erwarten Sie bei einer Hypothyreose?

Bei einer Erniedrigung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 wird diese Veränderung in der obersten Steuerzentrale des Hormonsystems im Hypothalamus registriert.
Der Hypothalamus reagiert darauf mit einer vermehrten Bildung des Thyreotropin-releasing Hormons.
Dies führt in der Adenohypophyse zu einer vermehrten Bildung von Thyreotropin (oder Thyreoidea stimulierende Hormon oder TSH genannt).
Im Blut lässt sich daher bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion eine Erhöhung des TSH-Wertes feststellen.

 

zur Wiederholung: Für welches Hormon steht die Abkürzung TSH?

TSH bedeutet: Thyreoidea stimulierende Hormon.

 

Versuchen Sie zu erschließen, wie eine Hypothyreose prinzipiell therapiert wird!

Angepasst auf den Schweregrad der Hypothyreose, erfolgt sowohl bei der erworbenen Hypothyreose als auch bei der angeborenen Hypothyreose eine lebenslange Therapie mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4). 

 

Was versteht man unter einem Myxödemkoma?

Beim Myxödemkoma handelt es sich um ein akut lebensbedrohliches Krankheitsbild, das eine Internsivmedizinischen Behandlung erfordert. (Ersatz von Flüssigkeit und Hormonen)
Das Myxödemkoma kann man auch als hypothyreotes Koma bezeichnen!

 

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