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Diagnosestellung: Übungen für Heilberufe

Wenn Sie die Fragen zur Stellung der Diagnose im Prüfungs-Modus beantworten wollen, so können Sie durch Anklicken der unten stehenden Schaltfläche zunächst alle Antworten verbergen:

 

Auf der vorausgegangenen Seite haben wir die Abbildung mit der Narbe über der alten Verletzungsstelle am ulnarseitigen Unterarm bereits einmal betrachtet.

Wir hatten auf der vorausgegangenen Seite herausgearbeitet, dass der Patient an einer Schädigung des Nervus ulnaris leidet.  

Wenn Sie die Lokalisation der Narbe in obiger Abbildung noch einmal betrachten, an welche zusätzliche Schädigung sollten Sie unbedingt denken?

An eine Schädigung der Arteria ulnaris (Ellenarterie).

 

Warum sollten Sie bei der gezeigten Narbe und der nachgewiesenen Schädigung des Nervus ulnaris auch zusätzlich an eine Schädigung der Arteria ulnaris denken?

Der Nervus ulnaris und die Arteria ulnaris verlaufen am ellenseitigen Unterarm und auch an der ellenseitigen Hand (Guyon-Kanal) in sehr enger Nachbarschaft.  Die Abb. unten zeigt vereinfacht den Verlauf der Arteria ulnaris (rot) und des Nervus ulnaris (gelb).



Eine nachgewiesene Verletzung des Nervus ulnaris sollte stets auch an eine Begleitverletzung der Arteria ulnaris denken lassen.

 

Mit welcher Frage können Sie in obigem Fall, die Verdachtsdiagnose einer Begleitverletzung der Arteria ulnaris weiter erhärten?

Sie sollten den Patienten fragen, ob an der (verletzten) rechten Hand eine stärkere Kälteempfindlichkeiten besteht!

 

Der geschilderte Patient bejaht diese Frage.

Eine stärkere Kälteempfindlichkeiten ist in dem besprochenen Fall, ein Hinweis auf eine Schädigung der Arteria ulnaris!

Bitte begründen Sie dies weiter!

  • Die Hand wird im wesentlichen von zwei Arterien versorgt:
    Die speichenseitig (radial) am Handgelenk gelegene Arteria radialis (Pulstaststelle) und die ellenseitig (ulnar) am Handgelenk gelegene Arteria ulnaris.

  • Beim Verschluss einer dieser beiden Arterien am Unterarm, reicht bei den meisten Menschen die arterielle Versorgung über die verbliebene Arterie aus, um die Hand unter Alltagsbedingungen ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen.
    Unter besonderen Bedingungen – wie lang dauernde Belastungen oder Kälteeinwirkung – kann es jedoch zu Mangelsituationen bei der Versorgung mit arteriellem Blut kommen.
    Bei Kälte kommt es dann in der Hand schnell zu Beschwerden. Bei länger dauernden Belastungen ermüdet die Hand sehr viel schneller als die Hand der Gegenseite.

 

Der Patient beantwortet Ihre Frage, ob er an der rechten Hand sehr kälteempfindlich sei, mit einem klaren Ja. Dies erhärtet die von uns gestellte Verdachtsdiagnose einer Schädigung der Arteria ulnaris weiter.

Mit welchem einfachen Test, lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit ,die Verdachtsdiagnose einer Schädigung der Arteria ulnaris bestätigen?

Mit dem Test nach Allen!

 

Wie führen Sie den Allen-Test - bei Verdacht auf eine Schädigung der Arteria ulnaris - durch?

Ein Verdacht auf eine Durchtrennung der Arteria ulnaris komprimiere ich am Handgelenk, die dort gut tastbare Arteria radialis. (Speichenschlagader).
Nun lasse ich den Patienten 10-20 schnelle Faustschlussübungen durchführen. Während der schnellen Faustschlussübungen bleibt die Arteria radialis stets durch den Druck meiner Finger verschlossen.
Bei einem Verschluss der Arteria ulnaris kommt es bei diesem Test zu einem gut zu erkennenden Abblassen der Hand.
(Den Test kann man auch zur Sicherheit auch gleichzeitig an beiden Händen durchführen. Der Unterschied beim Abblassen der einzelnen Hände ist dann besonders gut zu erkennen).

Allen-Test
Die Abbildung zeigt das Ergebnis des Allen-Test bei unserem untersuchten Patienten.
Die weißliche Verfärbung vielfältiger Regionen an der rechten Hand, ist auffallend und entspricht einem positiven Allen-Test. Dies belegt mit großer Wahrscheinlichkeit unsere Diagnose einer Schädigung der Arteria ulnaris.

Welches Ergebnis des Allen-Test erwarten Sie, wenn Sie bei obigem Patienten nun am ellenseitigen Handgelenk, die dort verlaufende Arteria ulnaris komprimieren?

Es wird zu keiner Veränderung kommen.
Die Arteria ulnaris ist ja bereits durch den Unfall in Ihrem Verlauf unterbrochen. (Verschlossen). Ein (zusätzliches) Abdrücken der Arteria ulnaris am Handgelenk, lässt daher bei dem von uns untersuchten Patienten keine Veränderungen erwarten.

 

Mit Hilfe welcher apparativer diagnostischer Möglichkeit könnten Sie die Diagnose eines Verschluss der Arteria ulnaris zweifelsfrei bestätigen?

Mit Hilfe einer angiografischen Untersuchung. Hierbei werden die Unterarmarterien mit einem Kontrastmittel sichtbar gemacht.
Ein eventueller Verschluss einer Unterarmarterie kann mithilfe der angiografischen Untersuchung zweifelsfrei nachgewiesen werden.

 

Die Abb. unten zeigt eine Kontrastmitteldarstellung der Unterarmarterien bei einem anderen Patienten

 

Was sollten Sie in der obigen Abb. erkennen können?

Es handelt sich um einen Verschluss der A. radialis. (roter Pfeil). Im gezeigten Beispiel wird die Hand über die Arteria ulnaris mit arteriellem Blut versorgt.
Das es sich bei der Arterie an dem blauen Pfeil um die Arteria ulnaris handelt kann u. a. daran erkennen: Wenn Sie den Rand der Hand am blauen Pfeil weiter nach vorne verfolgen, sehen Sie einen Teil des Kleinfingers. 



Wir haben in dieser Lektion zur Diagnosestellung, mit einfachen klinischen Untersuchungsmethoden die Diagnose einer Schädigung der Arteria ulnaris erarbeitet.

Noch einmal: lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn am Anfang die hier erarbeitete Diagnosestellung nicht "wie von selbst" gelingt.

Wenn Sie nach einigen Tagen diese Seite noch einmal durcharbeiten, wird es Ihnen bereits viel leichter fallen.

Auf der letzten Seite des Patienten P1  werden wir ein weiteres Problem, dass unser Patient völlig unabhägig von den bisherigen Problemen hat, besprechen.  

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